370 Heine und Consorten.
schwer fällt, sein Betragen durchaus tadeln zu müssen, um so fa-taler ist es mir, wenn dem Anschein nach nur eine Geldverlegenheitals Motiv dient und der Welt gegenüber zu meinem Nachtheilentschieden werden mag, ^ Ich habe leider bittere Klagen gegen5z, Heine zu führen und briefliche Beweise in Händen, die michuöthigen, in meiner Handlungsweise zu beharren. Die Pietät, dieich meinem verstorbenen geliebten Vater schuldig bin, gebietet mirselbst: der Bosheit Schranken zu setzen. Aus meinem eigenen „Ich"und nicht ohne Widerstreben bin ich schon hervorgegangen, indemich ihm unter gewissen Voraussetzungen eine Unterstützung zu-kommen ließ. Er hatte diese verscherzt, und ich klage mich selbstder Schwäche an, daß ich meine Hand ihm nicht ganz entzogenhabe. Euer Durchlaucht werden mich entschuldigen, wenn ich nichtweiter ans diese Angelegenheit eingehe, und erlaube ich mir schließ-lich zu bemerken, daß mein Gewissen frei von aller Schuld ist, undwenn ich weitere Erörterungen Ihnen gegenüber vermeide, es nurgeschieht, um dem Charakter des Dichters Heine nichtin Ihrer guten Meinung zu schaden. Ich bin gewiß nichthart, auch wegen des Geldpunktes nicht unversöhnlich, aber es gibtDinge, die erst durch Reue und gutes Betragen ausgemerzt werdenmüssen. Euer Durchlaucht ergebenster Diener Carl Heine,"
Fürst Pückler war offenbar pikirt, daß Carl Heine aufseine Verwendung hin nicht sogleich sein eisernes Herz (dieKasse) aufgethan. Er schrieb ihm aus Berlin den 6. Februar
„Euer Hochwohlgeboren gefällige, obgleich abschlägige Aut-wort habe ich erhalten. Da sich Euer Hochwohlgeboren darin aufFamilienverhältnisse beziehen, die mir natürlich ganz fremd liegen,da ich nicht einmal die betreffende Person, sondern nur den DichterHeinrich Heine kenne, auf dessen Genius, ich wiederhole es, meinemGefühle nach jeder Deutsche stolz zu sein Ursache hat," so ist eineweitere Verwendung von meiner Seite bei Euer Hochwohlgeborenunnütz geworden. Unter diesen Umständen bleibt mir nichts übrig,als dem Freunde des Herrn Heine (Varnhagen). auf dessen Wunschich hauptsächlich an Sie geschrieben, unsere kurze Correspoudenzmitzntheileu und ihm alles Weitere anheimzustellen. Mit voll-kommener Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ganz ergebenerDiener,"
* Es wird doch schon genug sein, wenn man das Dichtergenie an-erkennt. Heine schrieb deutsch, aber er war kein Deutscher, sonderngerirte sich in seiner ganzen Handlungsweise stets als ein Jude mindererSorte. Die Anforderung des S tol z w erdens auf seinen Genius ist ebennur eine Phrase, denn wenn ein Deutscher keine anderen Verdienste hat,als den Stolz auf Heine, dann ist es mit seiner Verdiensttabelle übelbestellt!