Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
369
Einzelbild herunterladen
 

Heine und Consorten. 369

kümmern sich nur abstrakte Politiker. Der vollendete Egoismuswird hier als der haltbare politische Unterbau proklamirt:„Wären alle Politiker solche Egoisten wie Heine, so entständenicht so viel Abstraktes, künstlich Gemachtes."

Roquette („Deutsche Dichtung." 11.493) über Heine:

„In seinem ganzen Wesen destruktiv angelegt, konnte Heinemit maßloser Arroganz zwar über Alles räsonniren und ab-urtheilen, aber mit einzutreten und zu arbeiten an einerneuen Gestaltung, dazu fehlte ihm die Kraft der Gesinnung,die Ehrlichkeit des Charakters, positives Wollen und Gründlichkeitder Bildung; bei ihm war Alles nur Liebhaberei, eineernste Aufgabe kannte er nicht."

Lerique („Das Judenthum in der deutschen Lite-ratur." Frankfurt 1882) über Heine:

„Heine verbreitet durch seine Schriften die radikalsten An-sichten, er eifert wie ein Held gegen kirchliche und sociale Ein-richtungen, hütet sich aber wohl, mit seiner Haut für diegepredigte Freiheit einzutreten. In feinen Schriftenerscheint er überall als ein echter Volksfreund, als ihm aber dieeigentlichen Demokraten mit Fleisch nnd Bein näher traten, dawollte er, der „freie" Mann, mit diesen rohen Burschen nichts zuthun haben, er zog sich wohlweislich in seine vier Pfähle zurück."

151. xLin Wrielwecljscl in Geldsachen.

Jürjl Wchler-Wuskau, Wariiljagen. Keines Knkel nnd der Dichter.

Fürst Pückler-Muskau hatte sich auf Bitte des Varn-hagen von Ense bei Carl Heine, dem Vetter Heinrich Heines,um eine Unterstützung für den Dichter verwendet. Der VaterCarls (Heines Onkel) war lange Zeit ein Wohlthäter Heines.Nun schreibt Carl Heine dem Fürsten aus Hamburg, 2. Fe-bruar 1846*:

„Euer Durchlaucht geehrte Zuschrift vom 28. Januar habeich heute zu erhalten die Ehre gehabt. Meine Handlungsweisegegen den Dichter hat derselbe sich selbst zuzuschreiben. StetsAnhänger (!) seines großen Talentes und ihn von Jugend aufvertheidigend, können Euer Durchlaucht denken, daß es mir sehr

* „Briefwechsel und Tagebücher des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau", von Ludmilla Assing-Grimelli. 3. Band. Berlin, Wedckind,1874. S. 404.

Brunn er, Zwei Buschmänner. 24