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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
357
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Heine und Consorten. 357

die Sitten übergegangene Religion (Sittlichkeit). Ist aber dieReligion der Vergangenheit vertault, so wird auch die Moralstinkicht. Wir wollen eine gesunde Religion, damit die Sittenwieder gesunden, damit sie besser basirt werden als jetzt, wo sienur Unglauben und abgestandene Heuchelei zur Basis haben!!!"

Das ganze Leben Heines bezeugt aber, daß die obigeSehnsucht nach gesunden Sitten nicht eine abgestandene,sondern eine fortwuchernde Heuchelei gewesen ist. Er hätte sagensollen: Ist die Moral stinkicht, so wird in jenem Individuum,wo dieser Faulungsproceß vorgeht, auch die Religion ver-worfen. Heine spricht eine Sehnsucht nach „gesunden Sitten"aus, als ob er je von irgendwem gehindert worden wäre, ge-sund sittlich zu sein!!

Strodtmann berichtet diese religiösen Aufwallungen (oderwie man's heißen soll) mit sehr erbaulicher Gläubigkeit, alsob richtig das Alles bei Heine niet- und nagelfest gewesenwäre.

Strodtmann (II. 232):

„Zwischen Lamennais und der Sand gab es ein innerlichesBündniß religiösen Sinnes! Er übersah ihre sinnlichenBedürfnisse und sie übersah seine kirchlichen Anknüpfungen undWünsche. Das ehrliche religiöse Herz (?) war ihnen gemein-schaftlich, ihr beiderseitiges Verhältnis zu Heine war der freieGeist, welchen sie ihm beide zutrauten." ^ „Heine hatte mir zu-geflüstert, daß Lamennais einmal nahe daran gewesen, Papstwerden zu können."

Das ist geradewegs drollig! Zum Papstwerden hätteLamennais nur zuerst Cardinal werden müssen, und dann hätteer die Stimmenmajorität der Cardinäle gebraucht. — Mitdem Nahedransein, Papst zu werden, hat es seine gutenWege gehabt, wie Alle wissen, denen die Geschichte damaligerZeit auch nur etwas bekannt ist. Das hätte Heine nicht zuflüstern gebraucht, er hätte es schon laut sagen können, erwäre dann laut ausgelacht worden!

Strodtmann (II. 235):

„Wir haben schon früher der vielen flatterhaften Liebes-verhältnisse gedacht, welche Heine in Paris anknüpfte und raschwieder löste. Eines dieser Verhältnisse sollte sich jedoch nach mannig-fachen Schwantungen zu einem dauernden Bündnis; gestalten, dasdem Dichter alle Segnungen einer befriedigten Häus-lichkeit gewährte." (Das Verhältnis; mit Mathilde Mirat.)