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145. We Keine die christliche Moral stinkicht findet;ein Urtljeil, Lei dem er an seiner eigenen Moral, mit einem Schnupfenlicljastct, vorübergegangen ist. Die Sehnsucht nach gesunden Sitten!!
Die Gebote des Christenthums gehen dem Heine beiseinem Wandel immer im Wege herum: bei jeder Gelegenheitläßt er sich von der talmudischen Wuth gegen dasselbe fort-reißen. Daß aller Respekt vor jeder Autorität in Trümmergeht, das macht ihm ein Plaisir zum Zappeln. Er schreibtsStrodtmann II. 48, Bd. VIII. 254):
„Aber nicht bloß der Glaube an Personen ist hier vernichtet,sondern auch der Glaube an Alles, was existirt. In den meistenFällen zweifelt man nicht einmal, denn der Zweifel setzt ja einenGlauben voraus. Es gibt hier keinen Atheisten, man hat für denlieben Gott nicht einmal so viel Achtung über, daß man sich dieMuhe gäbe, ihn zu leugnen. Die alte Religion ist gründlich todt,sie ist bereits in Verwesung übergegangen, die Mehrzahl der Fran-zosen null von dieseni Leichnam nichts mehr wissen und hält dasSchnupftuch vor die Naic, wenn vom Katholicismns die Rede ist/'Die alte Moral ist ebenfalls todt, oder sie ist vielmehrnur ein Gespenst, das nicht einmal des Nachts erscheint/*Wahrlich, wenn ich dieses Volk betrachte, wie es zuweilen hervor-stürmt und ans dem Tische, den man Altar nennt, die heiligenPuppen zerschlägt, und von dem Stuhl, den man den Thron nennt,den rothen Sammet abreißt und neues Brod und neue Spieleverlangt, und seine Lust daran hat, aus den eigenen Herzenswundendas freche Lebensblut sprudeln zu sehen, dann will es mich be-dünken, dieses Volk glaube nicht einmal an den Tod u. s. w."
Diese schändliche Moral — immer geuirt sie ihn. HBd. XX.39. 45 und Strodtmanu II. 185.) Heine phantasirt:
„Das religiöse Princip und Moral, obwohl beides Speck undSchweinefleisch, ist ein und dasselbe. Die Moral ist nur eine in
* Heine hätte dazusetzen sollen: Man hält sich die Krummnase zu.Nun haben aber, wenn Heine von seinen freudenhauslichen Erfahrungen inHamburg sprach, selbst die anständigen Pariser ein Kölnerwasser auf ibrcTaschentücher geschüttet, che sie mit denselben ihre Nasen zuhielten. Es istinteressant, zu beobachten, wie Heine den Modergeruch seiner eigenen mo-ralischen Verwesung eben jenen Institutionen Hinaufdisputiren möchte, derenGesetze sein Treiben verurtheilt babcn.
Dieses Gespenst hat den armen Dichter ganz besonders geplagt:er brachte sein Leben im Kampfe mit diesem Gespenste zu, er verhöhntees und verspottete es, so viel er nur konnte, aber das Gespenst zeigte auchseine diesseitige, irdische Gewalt, und wars ihn so erbarmungslos nieder,,daß er nimmer zum Aufstehen kam.