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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
355
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Heine und Consorten, 355

Heine berichtet (Bd. IX. 199) allen Ernstes, daß manLouis Philipp in den ersten Tagen der Julirevolution zu jederZeit auf der Terrasse des Palais Royal habe seheu können,und zwar für 5 Francs.

„Für 5 Francs? rief ich mit Verwunderung. Zeigt er sichdenn für Geld? Nein, aber er wird für Geld gezeigt, und es hatdamit folgende Bewandtniß: Es gibt eine Societät von Clagueurs,Marchands der Contremargnes und sonstigem Lumpengesindel, diejedem Fremden anbieten, ihm für >1 Francs den König zu zeigen,gäbe man ihnen 19 Francs, so werde man ihn sehen, wie er dieAugen gegen Himmel richtet und die Hand betheuernd aufs Herzlegt, gäbe mau aber 20 Francs, so solle er auch die Marseillaisesingen. Gab man nun jenen Kerls ein Fünffrancsstück, so erhobensie ein jubelndes Vivatrufen unter den Fenstern des Königs, undHöchstdcrselbe erschien aus der Terrasse, verbeugte sich und tratwieder ab. Hatte man jenen Kerls 10 Francs gegeben,*so schrien sie noch viel lauter und geberdeten sich wie besessen,während der König erschien, welcher alsdann zuni Zeichen seinerstummen Rührung die Augen gegen Himmel richtete und die Handbetheucrnd ans Herz legte. Die Engländer ließen es sich abermanchmal 20 Francs kosten, und sobald der König auf der Terrasseerschien, ward die Marseillaise augestimmt und so fürchterlich ge-gröhlt, bis Louis Philipp, vielleicht nur, um dem Gesang ein Endezu machen, sich verbeugte, die Augen gegen Himmel richtete, dieHand aufs Herz legte und die Marseillaise mitsang."

In dieser echt nationalen Weise verspötzelte Heine den LouisPhilipp noch mehrere Seiten lang! - Der politische Proto-medicus Louis Philipps, Herr Guizot, kannte den moralischenSchaden Heines, legte ihm ein Pflaster auf, Heine genas vonseinen Wnthanfällen und — verstummte!!

Die Herren im hohen Rathe zu Düsseldorf, welche für einMonument Heines gestimmt, hätten ihre Namen unten aneiner Marmorwand mit schwarzen Buchstaben „verewigen"sollen, dazu die Inschrift i

Der Nachwelt diene es zur Lehre,

Und aller Tadel rings verstumme;

Wir haben Theil an seinem Ruhme,

Doch leider auch an seiner Ehre!

5 Hätte man aber erst jenen Kerls (Einem) 4800 Francs ge-geben, so schimpfen sie über die Deutschen, daß es das Geld werth war,und ließen die Regierung Louis Philipps leben!

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