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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
338
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338 Heine und Consorten,

Dir zum letztcnmale, überall, wohin Du gehst, gehe ich mit undwäre es jenseits der Hölle/' — Dies war der Anfang von Aut-tritten, die sich durch lange Jahre wiederholten, Mathilde vertrugsich nur mit ihren Dienstmädchen und hatte keine Freundinnen:auch war sie nicht eigentlich eifersüchtig, denn sie duldete die Seiten-sprünge ihres Mannes im Hanse. An Veranlassung zu Wort-wechseln, die mit Prügeleien endeten, fehlte es aber darum dochnicht. „Bon Zeit zu Zeit," schreibt Weill, „sagte Heine zu mir!„„Meine Frau muß wieder einmal gehauen werden.""Der gewöhnliche Prügeltag war der Montag. Wenn es ihn inden Fingern juckte, so zog er die Fenstergardinen zu und schlugmit seinen armen Fäusten ans die schönen Schultern Mathildenslos: „„Das für dieses oder jenes Wort, das für diese oder jeneMissethat."" Mathilde war viel stärker als er, sie ließ sich aberschlagen und stöhnte nur im weinerlichen Tone: „„Hat man^jeeinen Mann gesehen, der sein Weib haut? Weill, kommen Siemir doch zu Hülfe!"" Heine lachte und schlug weiter. Plötzlichsank sie mit wildem Geheul um, zog ihren Mann an den Füßen,die schon sehr schwach waren, warf ihn zu Boden und wälzte sichmit ihm brüllend und ächzend auf dem Teppich herum. Ein- oderzweimal konnte ich nicht umhin, zu den Beiden zu sagen: „„SchämtIhr Euch nicht, Euch herumznbcißen, wie zwei Hunde?"" unddann ging ich davon. Wenn sie sich genug gebalgt hatten, söhntensie sich, mit Staub bedeckt, aus und der Preis des Friedens warimmer ein Hut, ein Tuch oder eine Mantille." Weill geht übrigensnoch weiter und erzählt, daß er selbst sich einmal mit Frau Ma-thilde herumgebalgt habe, weil sie seine Gattin hinterlistig durchHöfe Worte zu verdächtigen gesucht hatte. — Jedenfalls gewinntdas Bild des Wesens, dem Heine seinen Namen gab und überdas schon so viel geschrieben worden ist, nicht im Geringsten durchdiese neueste Darstellung eines Eingeweihten."

Ehe wir einige Betrachtungen über diese Schilderung einerpoetischen Häuslichkeit anknüpfen, müssen wir bemerken, daßAlexander Weill ein großer Ritualjude und Talmudkenner ist.Als solchen belobt ihn Gutzkow („Rückblicke auf mein Leben."Berlin 1875. S. 290):

Zu den wenigen Ausnahmen, die damals (im Jahre 1816 zuParis) der „Concierge" zu mir lassen sollte, gehörten einige Freunde,die ich in Paris wiedertraf, vor allen Alexander Weill, denoriginellen Elsässer, der sich, wie man leider vernimmt, für fran-zösische Nationalität erklärt hat. Seiner Kenntniß des jüdischenRituals, seiner Bclesenhcit in den rabbinischen Schriften verdankeich eine wesentliche Abkürzung der Studien, die ich, um das rich-tige Colorit bei meiner Arbeit zu treffen, hätte machen müssen.Ihm jeden Akt, den ich geschrieben (vom Stück „Uriel Acosta"),frisch vorlesend, gewann ich eine berichtigende Kritik für Dinge,