Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
276
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27l> Heine und Consortcn.

„Gott ist identisch mit der Welt. Er mnnisestirt sich in denPflanzen, die ohne Bewußtsein ein kosmisch-magnetisches Lebensichren; er manifestirt sich in den Thieren, die in ihrem sinnlichenTraumleben eine mehr oder minder dumpfe Existenz empfinden,aber am herrlichsten manifestirt er sich in dem Menschen, der zu-gleich fühlt und denkt, der sich selbst individuell zu unterscheidenweiß von der objectiven Natur, und schon in seiner Vernunft dieIdeen trägt, die sich ihm in der Erscheinungswelt kundgeben. ImMenschen kommt die Gottheit zum Selbstbewußtsein, und solchesSelbstbewußtsein offenbart sie wieder durch den Menschen," — —

Das ist Alles, wie es hier steht, hundertmal wörtlichin allen Schriften und Artikeln der Hegelschule zu lesen,Heine figurirt hier rein als geschmackloser, blöder Abschreiber,nur wo es sich um die consequenter Weise auf diesem Baumeder Erkentniß sprossenden Früchte handelt, da stoppeltHeine wieder selber unter die abgeschriebeneu Phrasen seineWünsche zusammen.

Da sind ihm auch die Sansculotten zuwider, mit ihren ver-rückten spartanischen Phantasien. Da ruft er;

„Wir wollen keine Sansculotten sein, keine frugalen Bürger,keine wohlfeile Präsidenten, wir stiften eine Demokratie gleich-herrlicher, gleichheiliger, gleichbeseligter Götter.* Ihrverlangt einfache Trachten, enthaltsame Sitten und ungewürzteGemüse, wir hingegen verlangen Nektar und Ambrosia,Purpnrmttntel, kostbare Wohlgerüche, Wollust undPracht, lachenden Nymphentanz, Musik und Komödie."

„Einst, wenn die Menschheit ihre volle Gesundheit wieder er-langt, wenn der Friede zwischen Leib und Seele wieder hergestelltund sie wieder in ursprünglicher Harmonie sich durchdringen, dannwird man den künstlichen Hader, den das Christenthnm zwischenbeiden gestiftet hat, kaum begreifen können. Die glücklichen undschönen Generationen, die, gezeugt in freier Wahlnmarmung,in einer Religion der Freude emporblühen, werden wehmiithiglächeln über ihre armen Vorfahren, die sich aller Genüsse dieserschönen Erde enthielten und durch Abtödtung der warmen, far-bigen Sinnlichkeit fast zu kalten Gespenstern verblichensind.** Ja, ich sage es bestimmt; unsere Nachkommen werden

* Sonderbar! Als Heine jahrelang in bitteren Leiden aus demKrankenbette lag, kam er zum Ausruf, daß er doch nur ein todtkranker,erbarmungswürdiger Jude sei. Da hatte die gleichheilige, -herrliche undbeseligte Gottheit ein trauriges Ende gefunden.

** Nun ist aber Heine selber zu einem kalten Gespenste ver-blichen, was doch nach seinen eigenen Geständnissen durch Abtödtungder warmen, farbigen Sinnlichkeit nicht esfektuirt worden ist.