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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
275
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Heine und Consorten. 275

Sonderbar! Heine hat anderseits wieder ein Genügengehabt, daß seine „Frau Mathilde" eine Christin war, undwenn sie bei Besuchen länger ausblieb, als sein Leib kein„schönes Fleisch" mehr war, packten ihn die Qualen derEifersucht; da fing er wieder an, von seiner Emancipations-theorie abzuweichen; selbst die verhaßte, verschimpfte, ver-lästerte Moral des Christenthums dünkte ihm wieder vor-theilhaft, wenn er sie in seinem Interesse, zu seinemHausgebrauch für vorteilhaft hielt. Es reducirt sich da Allesam Ende „aufs Geschäft": er ließ sich taufen aus Geschäfts-rücksichten wie auch Borne, das haben Beide mit einer fastkindlich scheinenden, ganz unbefangenen Unverfrorenheit ein-gestanden ; das Gefühl für Sitte und Ehre ist eben Beidenvon Haus aus fremd gewesen. Darin läge der einzige nichtEntschuldigungs-, sondern Erklärungsgrund ihrer nachallen Richtungen verächtlichen Handlungsweise.

1i)7. Keine sucht den alten Koljl des linken Kegelthums alsselbstgezogenes Hemnse zu verwertljen und plaidirt ekctiger Weise noch

als angebender ^Leichnam für die farbige, warme Sinnlichkeit.

In seinem philosophischen Entwicklungsgeschmuse häuft HeineLüge am Lüge und Unsinn auf Unsinn — aber er kann's ebenbrauchen, es gehört zum Geschäft, es ist Usance der Verkaufs-bude. Er sagt, die Vertreter des Christenthums seien Spiri-tualisten, und deklamirt:

„Die Spiritualisten haben uns immer vorgeworfen, daß beider pantheistischen Ansicht der Unterschied zwischen dem Gutennnd dem Bösen aufhöre; das Böse ist aber einestheils nur einWapnbegriff ihrer eigenen Weltanschauung, anderntheils ist esein reelles Ergebniß ihrer eigenen Welteinrichtnng. Nach ihrerWeltanschauung ist die Materie an und für sich böse, was dochwahrlich eine Verleumdung ist, eine entsetzliche Gottes-lästerung." *

* Es ist schade, daß Heine nicht auch ein Buch über entsetzlicheGotteslästerungen herausgegeben hat. Nach seinen Principien wären diezehn Gebote Gottes die größte, gefährlichste und strafbarste Gotteslästerung,und die vollendete Emancipation des Fleisches der gottwürdigste und gott-gefälligste Gottesdienst, der den jungen Specialgöttern be-sonders angenehm erscheinen möchte.