Heine und Consorten.
wunderung gesprochen hatte, lächerlich machten, ihn mit einerleeren Lau cls tlolognv-Flasche oder mit einem Nachttopf oder sonstähnlichem verglichen. Jeder Deutsche, der nach Paris kam,ohne bei Heine eine Visitenkarte abgegeben zu haben, war ihmsofort ein Stoff zu fragen, ob der Mensch schiele, hinke,stottere, schlecht französisch spreche u, s, w. Darauf stütztesich sein Witz. Wie albern war z. B. die ewige Wiederholungder Häßlichkeit des braven Maßmann, der sich seit Jahren nichtmehr in den Vordergrund gedrängt, nirgends und durch nichtsdie Satyre herausgefordert hatte. Meine an Campe gerichteteBitte ging dahin, mein Denkmal der Erinnerung an einen bedeu-tenden und in trüber, hoffnungsloser Zeit als Freiheitskämpferbewährten Mann, ein Buch, das uun schon Monate laug inseinem Pulte lag, früher erscheinen zu lassen, als dieBeschimpfung. Sie wurde nicht gewährt. Versprachdoch die letztere einen glänzenderen Gewinn."
Gutzkow setzt nun die gegen ihn geplante Jntrigue aus-einander, seine Schrift über Börne entweder gar nicht odernachdem die Wirkung derselben durch Heine schon paraly-sirt war, erscheinen zu lassen.
Gutzkow berichtet weiter:
„Inzwischen war meine Schrift nach Jahr und Tag doch er-schienen, und nichts hätte im Wege gestanden, einer Regungzur Versöhnung entgegen zu kommen, die Heine bewogenhatte, nur einen Boten zu senden mit der Erklärung: er wolltemir zu Ehren ein Mahl geben, zu welchem er die ganze „hervor-ragende französische Literatur" einladen würde, ich sollte ihnnatürlich zuerst besuchen. Der lleberbringer dieser Nachrichtlebt noch und kann sie bestätigen. Ich wußte, daß es sichnur um ein Capitel in meinem Buche handelte „Besuchbei Heine". Ich war bei Ministern und den hervorragendstenNamen gewesen, die „deutsche Colonie", die deutschen Flücht-linge waren nur befreundet: schöne Stunden wurden in gemäch-lichen Kreisen gefeiert. Heine wollte nicht davon ausgeschlossensein. Gerne hätte ich einem solchen Entgegenkommengegenüber nachgegeben. Aber die Rücksicht auf die in Pariswohnenden Freunde Börnes, welche Heine in solchem Grade be-schimpft hatte, daß sogar ein Duell deshalb nothwendig hatteerscheinen können (ach und krach!), der Schmerz, den ich vor-zugsweise der treuen Freundin und Pflegerin Börnes, der gegenmich höchst gütig gewesenen Frau Strauß würde angethan haben,mußten mich, ich konnte nicht anders, bestimmen, der Aufforderungkeine Folge zu geben. Da wurde denn mein im Herbst er-schienener Bericht sowohl in Paris wie von Paris ausiu jeder Weise der Mißachtung empfohlen. Das übrigethaten die deutschen Söldlinge der französischen Civil-liste, zu denen ebenfalls Heine gehörte. Ich hatte am