Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
251
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Heine und Eonsorten. ^ol.

so daß diese Thatsachen erwiesen vorliegen. In jenen finsterenZeiten hat man diese armen Opfer „religiös-chronischer Wahn-vorstellungen" geradewegs zum Tode verurtheilt und hingerichtet,eine unerhörte Grausamkeit, welche in den Rahmen unsereshumanistisch gebildeten Jahrhunderts nicht mehr hineinpassenwürde.

Das allein ist der richtige Standpunkt, von welchem dasMotiv obigen Freispruchs beurtheilt werden darf. Zum Glückeist ein ähnlicher Sieg der Humanitätsidee aus neuester Zeitzu verzeichnen. Der Sohn eines Schächters sagte bei Gerichtaus, er habe durch ein Schlüsselloch zugeschaut, wie ein Mädchenrituell abgeschlachtet worden ist. Die Aussage dieses dummenJudenjungen hätte ein schreckliches Unheil anrichten können.Auch die Aussage dieses Knaben ist als eine chronisch-religiöseWahnvorstellung nicht beachtet worden und auch hier hatdas Licht der Humanität über die Gräuel finsterer Jahrhunderteden Sieg errungen.

Es hat nach diesen Ereignissen sich jemand eine allerdingssehr alberne und freche Frage erlaubt, dahin lautend: Wennein christlicher Candidat der Theologie (Katholik oder Protestant)sich eine ganz der des Bernstein ähnliche Blutabzapfung aneinem Judenknaben erlaubt hätte, wäre das von den Machernder öffentlichen Meinung auch als eine chronisch-religiöse Wahn-vorstellung proklamirt worden?

Wie die Antwort Börnes auf eine ähnliche dumme Fragegelautet hätte, das haben wir genugsam in Beispielen nach-gewiesen. Diese Antwort hätte gelautet, wie sie auch jetzt inähnlichen Fällen bei allen Baruchiden (den Schülern des Baruch)lauten würde: Ja, das ist ganz was Anderes!

Daß auch Börne nach dem Willen seines Herrn Vaterseine talmudische Erziehung erhielt („in stockalter Weise unter-richtet wurde"), bestätigt der zuvor genannte Rabbiner Grätz,wie wir S. 68 nachgewiesen. Wenn aber Börne ebenso wieHeine bei ihren frechen Ansprüchen an die Christen immer sichso stellten, als wüßten sie gar nichts von den talmudischen An-forderungen, Gesetzen und Gebräuchen, so hat doch einmal auchBörne den uneingeweihten Goyim gegenüber als Freimaurersich seines Pfiffigen Schweigens gerühmt, indem er in einemLogenvortrag mit jüdischem Conismus wörtlich sich äußerte: