Heine und Consortm. 243
dienen, welche zur Charakteristik der Charakterlosigkeit Heineseinen kleinen Beitrag liefern.
1. Heine war bekanntlich die letzten Jahre seines Lebensein kranker Mann; er hat sich in seinen Leiden einmal selbereinen todtkranken Juden genannt. Unter den Krankheitsformen,die ihn peinigten, nahm eine bis zum Wahnsinn gesteigerteEitelkeit den ersten Platz ein. Wenn er vorgab, er lache übereinen Angriff, so war er sicher innerlich bis in die Tiefenseines Herzens verwundet. Menzel zerfaserte ihn auch bis-weilen, — nun sann er aus Rache. Menzel ging auch denJuden zu Leibe, besonders den Literaturjuden; Menzel hieltauf die Taufe Heines ebenso viel, als Heine selbst daraufgehalten hat, und rangirte ihn trotz seiner Taufe unter diejüdischen Literaten. Heine ist schlau; er hetzt die Franzosengegen ihn und gibt an, daß Menzel täglich sechs Franzosengefressen, und nur manchmal noch obendrein einenJuden! — Das war die Pointe des Aergernisses: Heinewar durch Menzel angegriffen. Der Menzel hat den Heinesicher nicht fressen wollen.
2. Daß Menzel zu dieser Speise keine Lust hatte, dashat Menzel dem Schreiber dieses im Jahre 1860 und auchnoch in späteren Jahren einige Male in Stuttgart gesagtund bewiesen. Menzel erzählte öfter, daß Heine als Studentzu Bonn, allwo Menzel zur gleichen Zeit mit Heine gewesen,sich durch Frechheit hervorthat und auch sonst noch nichtappetitlich ausgesehen hat. Heine hat auch den Menzelbesucht, um den Kritiker Menzel in eine günstige Stimmungfür sich zu versetzen.
3. Ueber die Eigenschaften, welche Heine dem Menzel an-dichtet, um ihn verächtlich zu machen, hat Schreiber dieses inden „Keilschriften" schon sich des Näheren erklärt.
4. Es gehört eine zappelnde Erregtheit und orientalischeSprechweise und Gift- und Galle-Entladung dazu, einen Men-schen einen „Hund" zu nennen; einer solchen Complimentirarthat sich Menzel nie schuldig gemacht, er wußte sich immer aufder Höhe feiner Sprechweise zu erhalten, auch hatte Menzelzur Zeit, als Heine Obiges niederschrieb, nicht ausgebellt,er ließ sich in seiner Zeitschrift, auch sonst noch jährlich durcheinige Schriften, vernehmen; auch war Menzel nicht zahnlos
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