226 Heine und Consorten,
Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit; sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse.
Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder.
Es lebe Bräutigam und BrautUnd ihre zukünftigen Kinder!"
Wenn moderne Literarhistoriker und alle beschränktenKöpfe, denen die Worte Aufklärung, Religions- undSittenlosigkeit als die höchsten Errungenschaften desJahrhunderts gelten und deren Leitstern im Labyrinth desLebens die Frechheit und Liederlichkeit eines abgebrauchten Judengeworden; wenn all diese mit dem Sittengesetz in permanentemKonflikt lebenden Jungen in bettelhafter Genügsamkeit dasGeschimpfe und Gespötte über Gott, Religion und Kirche alsdie höchsten Resultate des Nachdenkens über Welt, Gott, Naturund den Menschengeist halten, so stellen sie sich hiermit ebennur das Zeugniß ihrer Geistesarmuth aus, während sie sichim Lobe des verlüderlichten Musendienstes einen Fleiß-zettel für ihren Geistesreichthum zu verdienen vermeinen.
9Z. Der Futor ljat schon 1845 und 1846 nachgewiesen,daß es gar keine Kunst ist, noch drastischer über Aeligion zuschmaljen, als es Keine verstanden-
Der Schreiber dieses hat schon im Jahre 1845 in dem„Nebeljungenlied" darthun wollen, daß zur Entstellungder höchsten Blüthen in der Menschengeschichte, die sich in dergeoffenbarten Religion entfaltet haben, nur negirende Bös-willigkeit und einiges Talent, Reime zu machen, gehört. Erwill hier einige Proben anführen, die nachweisen sollen, daßman es in der Fertigkeit, die höchsten Interessen des Menschen-lebens mit Frivolität zu behandeln, auch noch um einigeGrade höher bringen könnte, als es Heine gebracht hat.
In den „Nebeljungen" (von S. Brunner) wird der Pro-fessor der Theologie (S. 11) also angelassen: