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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
184
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184 Böme und Consortcn.

darnach über Christum den Herrn schmähen und ihn hinterMohamed setzen zu können:

Eine gewisse mystische Doppelsinnigkeit ist vorherrschend imneuen Testamente. Eine kluge Abschweifung, nicht im System,sind die Worte: Gib Cäsaren, was des Cäsaren, und Gott, wasGottes ist. So auch wenn man Christum fragt: bist du der Königder Juden? ist die Antwort ausweichend. Ebenfalls auf dieFrage, ob er Gottes Sohn sei. Mahomct zeigt sich weitoffen bestimmter. Als man ihn mit einer ähnlichen Frageanging, nämlich, ob er Gottes Sohn sei, antwortete er: Gotthat keine Kinder!"

So macht es Heine immer ; irgend ein perfides, im Herzenselbst nicht geglaubtes Lob und gleich darnach kommt wiederdie Katzenkralle des Talmudjuden zum Vorschein. Sein leitenderGedanke bleibt immer sein eigener Ausspruch: das Christen-thum ist eine Krankheitsperiode. So verhöhnt er Christumgleich in Folgendem:

Welch ein großes Drama ist die Passion! Und wie tief istes motivirt durch die Prophezeiungen des alten Testamentes! Siekonnte nicht umgangen werden, sie war das rothe Siegel derBeglaubniß. Gleich den Wundern, so hat auch die Passion alsAnnonce gedient. . . . Wenn jetzt ein Heiland aufsteht,braucht er sich nicht meh r kreuzigen zu lassen, um seineLehre eindrücklich zu veröffentlichen ... er läßt sieruhig drucken und annoncirt das Büchlein in der All-gemeinen Zeitung mit sechs Kreuzer die Zeile Jnser-tiousgebühr."

So macht es Heine immer: zuerst eine pathetische Ouver-türe zum Lobe und zur Anerkennung des Neuen Testaments,und gleich hinterdrein der ekelhafteste Hohn aus der duftigenTrödelbude, und dann gleich wieder:

Welche süße Gestalt dieser Gottmensch! Wie bornirt erscheintim Vergleich mit ihm der Heros des alten Testamentes. Mosesliebt sein Volk mit einer rührenden Innigkeit, wie eine Muttersorgt er für die Zukunft dieses Volkes. Christus liebt die Mensch-heit, jene Sonne nmflammte die ganze Erde mit den wärmendenStrahlen seiner Liebe!" u. s. w.

Und S. 105 ist wieder das Alte Testament obenan:

Ich habe wieder ini alten Testamente gelesen. Welch eingroßes Buch!"Das ist wirklich das Wort Gottes, statt daßandere Bücher nur von Menschenwitz zeugen."