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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
171
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Börne und Consorten, 171

welchem Namen ich (!) ebenfalls kein bestimmtes Volk, sonderneine sowohl angeborene als angebildete Geistesrichtung und An-schauungsweise bezeichne. In dieser Beziehung (!) möchteich (Heine) sagen: Alle Menschen sind entweder Juden oder Hel-lenen, Menschen mit ascetisthen, bildfeindlichen, vergeistiguügs-süchtigen Trieben, oder Menschen von lebensheiterem, entfal-tungsstolzem und realistischem Wesen. So gab es Hellenen indeutschen Predigerfamilien, und Juden, die in Athen geboren,vielleicht von Theieus abstammten. Der Bart macht nicht denJuden, oder der Zopf macht nicht den Christen, kann man hiermit Recht sagen. Börne war ganz Nazarener, seine Antipathiegegen Goethe ging unmittelbar hervor aus seinem nazarenischenGemüthe: seine spätere politische Exaltation war begründet inseinem schroffen Ascetismus, seinem Durst nach Märtyrerthum(oh! oh! oh!), der überhaupt bei den Republikanern gefunden wird,den sie republikanische Tugend nennen, und der von der Passions-sucht (!) der früheren Christen io wenig verschiedenist (!!) In seiner späteren Zeit wendete sich Börne sogar zunihistorischen Christeuthum, er sank fast in den Katholieismus, erfraternisirte mit dem Pfaffen Lamenais und verfiel in den wider-wärtigsten Kapuzinerton. als er sich einst über einen NachfolgerGoethes, einen Pantheisten von der heitern Observanz öffentlichaussprach. Psychologisch merkwürdig ist die Untersuchung, wiein Börnes Seele allmählich das eingeborene Christenthum empor-stieg, nachdem es lange niedergehallen worden von seinem scharfenVerstand und von seiner Lustigkeit. Ich sage Lustigkeit nichtFreude sois,- die Nazarener haben bisweilen eine gewisse sprin-gende, gute Laune, eine witzige, eichkätzchenhafte Munterkeit, garlieblich kapriziös, gar süß, auch glänzend, worauf aber bald einestarre Gemüthsvertrübung folgt: es fehlt ihnen die Majestätder Genußseligkeit, die nur bei bewußten Göttern ge-funden wird."

Soll man dem christlichen Leser eine Auseinander-setzung dieses echten talmudischen, mit Kulturphrasen dekorirtenGemauschels machen? Welch sinnreiche Sätze: Christen undJuden sind sinnverwandte Worte, also so ziemlich gleich,alle Menschen sind Juden oder Hellenen; also alle Christensind Juden, — der Bart macht nicht den Juden, der Zopfmacht nicht den Christen. — Das ist gerade so, als obirgend ein Christ diesen Blödsinn je ausgesprochenhätte, daß der Bart den Juden und der Zopf den Christenmacht.

Das ist doch echte Talmudfinte, einen albernen Satz auf-stellen, diesen den Goyim zuschreiben, um sie zu verspotten undzu verhöhnen, den Govimhaß und Judenhohn Börnes mit dem