Börne und Consorten.
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Zelter thut ihm sehr unrecht mit dem Titel „ehrlicherOchs", denn Börne ist beides durchaus nicht gewesen. Wersich taufen läßt und über seine Taufe wie Börne spricht, undes aller Welt mittheilen kann, warum er sich taufen ließ undwarum ihn die Taufe reut, den darf man mit dem EpithetonZelters nicht benennen.
7V. Wernes Maklerei, KroßM» „nd Verlogenheit.
Von wem die Prahlereien ausgegangen sind, die Holtetals Zeuge berichtigt, das kann man nicht sagen, nur kann mansick's denken. Holtei erzählt Folgendes bei Gelegenheit seinesAufenthaltes in Weimar 18^8, als Börne auch nach Weimarkam:
„Börnes Richtung ging nach Berlin. Er verlangte Briefe anBerliner Literaten. Ich gab ihm deren an Ludwig Robert, Buch-händler Josephy, Willibald Alexis und viele andere. Wenn Börneirgendwo drucken lassen, Willibald Alexis habe sich ihmgewissermaßen angebettelt, oder dergleichen, so war dies eineUnwahrheit oder eine irrthümliche Verwechslung, DenBrief, den ich ihm für W. Alexis mitgab, hatte Börne aus-drücklich begehrt und noch dazu mit sehr lobpreisenderBezeichnung meines Berliner Freundes."
Gutzkow sagt in Börnes Leben S. 112: „Börne war einmalin Weimar nahe daran, Goethe in Weimar vorgestelltzu werden. Holtei wollte ihn einführen. Doch schluges Börne aus-"
Wer könnte denn dies für Börne sehr vorteilhafte Märchenerfunden und ausgesprengt haben? Gutzkow glaubte es an-dächtig, und eben so andächtig glauben es die LeserGutzkows. Und die „Anhänger" Börnes finden es vonBörne „sehr groß", daß er es verschmäht hat, dem MinisterGoethe vorgestellt zu werden. Nun ist aber der einzige undechte Zeuge in dieser Geschichte Holtei, und der berichtigtdiese Lüge gerade ins Gegentheil hinüber:
„Ich kann mich wirklich nicht mehr daraus besinnen, ob davonzwischen uns die Rede war, daß ich ihn aber bei Goethehätte einführen wollen, ist schon deshalb unmöglich,weil Börne gleich mit der Erklärung ankam, am nächsten
^ „Vierzig Jahre", von Karl von Holtei. Breslau, Schulz, 1345.Fünfter Band, S. 54—55.