70 Börne und Consorten.
Sammet, mitgenommen habe. „Hat das Barbierchen Glück!"soll Heine ausgerufen habein -^LVir erwähnten schon, daß Heinenach dem Zeugnisse Neunzigs, Steinmanns und anderer Univer-sitätsgenossen niemals einen sogenannten altdeutschenRock, am wenigsten wohl einen schwarzen oder blauenSammetrock trug/' —
Max Heine (auch sehr witzig) mag sich gedacht haben:Warum soll man den Leuten nur immer vormachen einenblauen Dunst? wir wollen versuchen, ihnen zur Abwechslungeinmal vorzumachen einen blauen Roch
2ti. Die Flache an Schauspieler Wurm, der auf dem Hijeatereine» Jude» sehr zum fachen dargestellt hat, was als ein Fttcutatam 19. Jahrhundert betrachtet werden muh.
Wir kommen nach dieser Abschweifung auf den Schau-spieler Wurm, der in Berlin (in „Unser Verkehr") denJacob gespielt hat.
Wurm muß den Juden Jacob vortrefflich gespielt haben,und das war das Unglück des Herrn Wurm. Die Semitendürfen Alles lächerlich machen, alle Stände nach Herzens-lust herabreißen, — aber weh dem Goy, der den Spieß um-kehrt, der einen Juden lächerlich macht; der versündigt sich ander rrmsssbas AöMw snckuious.
Börne selbst referirt über die Leiden des Herrn Wurmund von der Verfolgung des Herrn Wurm durch die Juden,und von dem Recht der Juden, daß sie den Wurm verfolgthaben. Börne sagt:
„In dieser Rolle (des Jacob) soll ein Herr Wurm vorzüglichgeglänzt, und den israelitischen Burschen recht, was man vonnmoro nennt, gespielt haben. Dieses ist sehr löblich, und es ließsich nicht anders von jenem Künstler erwarten, der, wie man weiß,auch die ungewöhnlichsten Gegenstände mit Liebe zu nmfassen undzu behandeln versteht. Wenn aber Herr Wurni hierbei, wie esin seiner Schutzschrist heißt,noch mehr that, als seine Rolle vor-
* Wurm wurde, weil er den Judcujungen zum Lachen spielte, vonden Juden allenthalben angegriffen, verfolgt und in den großen Bann er-klärt. Er mußte zur Sic! crung seines Lebens eine Schutzschrist ab-sahen.