Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
59
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Börne und Consorten. 5L

Adel, die Advokaten, die Aerzte, und besonders derkatholische Cultus aus der Bühne lächerlich gemacht werden,aber — aber — aber — wenn Juden auf der Bühne lächerlichgemacht werden, „so müssen solche Darstellungen denjüdischen Glaubensgenossen mit Recht verwünschens-werth sein." Ei, ei!

Es zeigt von einer großen Zurückhaltung Börnes, wenn ernur sagt: verwünschenswerth, daß er nicht gleich dazu-geschrieben die bekannte Verwünschung: „Verschwarzen sollensie, die verfluchten Goyim!"

Wer sehen will, wo und wie Börne den Höhepunkt vonHoffart, Arroganz, Eigenliebe und Ungerechtigkeit erklommenhat, der darf nur die beiden Kritiken Börnes über Shcwaund „Unser Verkehr" nacheinander lesen.

Welch ein Gewinsel über „Unser Verkehr"! Alles ist indiesem Stück miserabel.

„Das Stück wurde in Berlin", sagt Börne, „ das Feldgeschreiei ner albernen Verbrüderung, die keinen ernsten Zweck hatte, jawobei nicht einmal immer Bosheit eintrat. Die Theilnehmcrjenes Trutzbundes gegen die Juden thaten nicht mehr, als wasman zuweilen unartige Schulbuben thun sieht. So wie diesemanchmal das Ränberhandwcrk spielen, ohne Gefahr für sich undandere, so haben jene mit gleicher Bedeutungslosigkeit das wilde,menschensresfendc Volk gespielt und sind dabei mit allerlei theatra-lischen Grimassen, fürchterlichen: Spuk, Beschwörungsformeln undsonstigen erhabenen Floskeln zu Werke gegangen." —

Börne zeigt sich hier in der ganzen Aufgeregtheit über„Unser Verkehr", ein Stück, das in der That eine der witzigstenPossen ist, welche in Deutschland je producirt worden sind. Wennes in einer Posse mit ähnlichem Witz über eine christliche In-stitution losginge, da würde Börne jubeln vor Freude, zappelnund in die Hände klatschen, — weil es aber über dieses arme,gekränkte, bemitleidenswerthe, unschuldige Judenvolk losgeht, unddie Juden von der komischen Seite auf der Bühne erscheinensollen, da ist Börne rein trostlos!

Selbst seine Zugeständnisse eröffnen noch einen Tiefblickin die echt jüdische Anschauungsweise Börnes. Er sagt:

„Ueber die Rolle des Jaeob können sich dessen theilnehmendcGlaubensgenossen nnt Recht gar nicht beklagen. Er theilt mitseinem hartherzigen Vater das ihm zugefallene Glück, er nimmt,ein rcichgewordener Mann, Lydien mit offenen Armen auf, ob er