58 Börne und Consorten.
Hauche erwähnt werden dar st Wenn die Christen imTheater über den edlen Shewa weinen, so wäre ihnen zurathen, sie sollen sich ihre theuren Thränen für die Hundert-tausende von Opfern des Wuchers aussparen; das wären dannThränen, die durch den Anblick eines wahren, durch Geldgierund Grausamkeit entstandenen Elends verursacht werden, nichtThränen, die ein Dichter mit dem Einreiben seiner poetischenZwiebelknollen den blöden Augen seiner sentimentalen Zuschauerund Zuhörer entlockt Hab
22. Mrnes Ingrimm, wenn er auf dem Mcater einen echtfarliigenInden erblickt. Wie er tjier plötzlich Wich und chemicht wechselt undselbst die anrüchigen Juden in „Unser Werkelsr" ljcranszupntzen
sucht.
Höchst charakteristisch ist das plötzliche Wechseln vonMaß und Gewicht in der Theaterkritik bei Börnes Be-urteilung des Stückes „Unser Berkehr" (eine Posse vonSessa, zuerst in Leipzig 1816 aufgeführt, in den letzten vierzigJahren durch die jüdische Herrschaft und Allmacht von derBühne verbannt, aber in vielen Auflagen verbreitet). Indieser einaktigen Posse, die selbst gebildete Juden,wenn sie gerecht sein wollen, als eine wahre Photographiedes inneren Verkehrs gewöhnlicher Handelsjuden anerkennendürften, ist die Habsucht und Grausamkeit Shyloks, welche einentragischen Eindruck macht, ganz außer Acht gelassen, derjüdische Verkehr ist nur von der komischen Seite auf-gefaßt. Die Charaktere sind nach dem Leben gezeichnet, esfinden sich darin nur die komischen, zum Lachen reizenden Eigen-tümlichkeiten der Handels- und Verkehrsjuden dargestellt.
Da es Judeuart ist, Alles, was dem Judenthum zuwiderist, zu verhöhnen und dem Gelächter preiszugeben, muß es sienatürlich nicht angenehm berühren, wenn sie ihre Waffesiegreich gegen sich selber angewendet finden. DerJude, der Alles lächerlich zu machen sucht, wird geradewegsverblüfft, wenn mau seine Waffe gegen ihn selber kehrt.
Börne kommt über diese Posse ganz aus dem Häuschen.Wir werden sehen, wie es Börne ganz gerecht findet, wenn der