Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
60
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60 Börne und Consorten.

zwar kurz vorher von ihr verschmäht und mißhandelt worden war,er stellt zarter Weise dem Isidoras Morgenländer als edle Rachefür die empfangenen Prügel 15 Thaler zu; und wenn er auchdem Postillon nur falsche Groschen schenkt, so sprichtsich doch seine Gutmüthigkeit darin aus, daß er ihn lieber durcheine Täuschung erfreuen, als ganz mit leeren Händen abfertigenwollte,"

In dieser versuchten Schönfärberei des Jacob, der denPostillon, der ihm das große Loos bringt, mit falschen Groschenabsichtlich beschenkt, d, h, betrügt, um ihn lieber mit einerTäuschung (So? Das ist ja ein schändlicher Betrug; derPostillon kann ja dann als Verausgaber falscher Groschen nochdazu abgestraft werden!) zu erfreuen, als ganz mit leerenHänden abfertigen wollte.

Hier verfällt Börne wieder in die complete Mauschelei; erwill den betrügerischen Judenjungen, den nun reich gewordenenJacob, mit dem Geleitschein der Gutmüthigkeit demLeser angenehm machen. Das ist doch ein wenig zu arg!Mit diesem moralischen Urtheile hat Börne sich zu einer sehrschmutzigen Anschauung über Erlaubtes und Unerlaubtes, Ehr-bares und Niederträchtiges im Geldverkehr bekannt, er wirdAdvokat einer genieinen Betrügerei, um den Goyim weiszu-machen, der Judenjunge sei im Grunde doch ein gutmüthigerKerl gewesen. Die Grenzlinie, welche unter ChristenEhrenhaftigkeit von Niedertracht scheidet, ist dem Börnenicht sichtbar geworden, wie wir es deutlich ausgeprägt in derSchuldenaffaire des nächsten Kapitels ersehen können.

23, Wie Wörue mit seines seligen Kerrn Gaters Hrohmüthigkeitprahlt, den alten Warnch als einen Spender guter Brinkgelder ausgikt,mährend im Frankfurter Stadtarchiv die Schmntzigkeit und der Wetrugdes alten Waruch — aktenmäjstg ermiesen vorliegt. Des Alten undJungen talmudischc Frömmigkeit. Schleicrmacher nker Wörne.

In VI, 309 (Menzel, der Franzoseufresser) fühlt Börnedas Familienbedürfniß, auch seinen liebenswürdigen HerrnVater der Großmuth zu verdächtigen, indem er erzählt:

„Mit Entzücken erinnere ich mich, daß ich in meiner Jugendmit meinem Vater eine Reise nach Wien gemacht- Mein Vater wargewohnt, gute Trinkgelder zn geben, nnd alle Postillone