Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
57
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Börne und Cvnsorten, 55

gegen seine Lente zu sein, um sich die Bürde des ihn nieder-drückenden Hasses zu erleichtern. Es war eine edle Rache,die er an der Christenmelt ausübte; aber es war doch eineRache: Shewa hatte die Laster eines tugendhaften Menschen,Gewiß eine ungemeine Kunstfertigkeit hat Cnmberland in der Dar-stellung dieses Shewa offenbart.. Es ist ein mühsames Werk,einem Manne ohne Heldenthaten im Hasse und in der Liebe, inder Tugend oder im Laster auf der Kühne Theilnehmerzu verschaffen. Durch eines alten scheinlosen Juden stilleThaten und noch stilleres Leiden entlockt man nicht die alltäglichenTheaterthränen, aber wenn, wie hier, das Streben des Dichtersgelang, edlere als diesejz"

1. Gewiß ist das keine kleine Kunstfertigkeit, ohne Modelleso was zu Stande zu bringen. Der Stümper Shakespeare,der machte sich's leicht, der stndirte sich da seine Inden inLondon (damals hatte unglücklicher Weise Cnmberland seinenShewa nicht in die Welt gesetzt) und machte sich im Shylokein Ideal daraus! Shakespeare war somit nichts Anderes alsein dummer Judenfresser, dieser langweilige Shakespeare!

Dieses Urtheil hat Börne zwar nicht zu Papier gebracht,aber logischer Weise kann man ihm dasselbe mit Recht zu-muthen. Wir wissen, wie er Goethe und Schiller geradewegsverspuckt hat. Dühring in seiner „Judenfrage", Karlsruhe,Reuther, 1881, sagt über ihn (2. Auflage, S. 58);

„Börne kauu auch als Beispiel dafür dienen, wie sich jüdischeUrtheilslosigkeit über Literaturgrößen ausnimmt, und wie dieseUrthcilslosigkeit noch überdies ohne Scham in plumpen und ordi-nären Ausdrücken ihre angeblichen Trümpfe ausspielt. So hatBörne in seinen Schriften von einem „spitzen idealistischenSchnabel Schillers" und einer „breiten realistischenSchnauze G oethes" geredet, und gleich neben diesen mehr alsunedlen Ausdrücken auch noch hinznzuschreiben vermocht: „Schillerund Goethe wären nur für ihre Zeit, und sie seien nur Registerder Vergangenheit."

2. Börne will offenbar die blöden Goyim glauben machen,dieser vorzügliche, edle, leidende, versöhnliche, seine Feinde liebende,ihnen Wohlthaten erweisende Shewa sei das eigentliche Prototypder Juden. Daß die Juden, die tausendweise auf dem Lande alsWucherer herumschleichen, über den Blödsinn dieses Theater-juden sich eines innerlichen Gelächters nicht erwehren können,das ist ein Verdacht, der, so gegründet er im Benehmen dieserTaufende von Juden ist, bei Börne auch nicht im leisesten