Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
50
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5t) Börne und Consorten,

zu lähmen und sowohl Regenten als Regiertc lcmge Zeit in einerAbhängigkeit von ihr zu erhalten, wodurch sie selbst zwar verhaßt,aber unentbehrlich, zwar verachtet, aber geschont blieb, sodaß jetztnoch manche Provinz, manches Reich sogar an der freien Bewegungseiner Glieder, der leichten Circnlation seiner Lebenskräfte gehindert,wie unter schwerem Alpdruck ein träumerisches Dasein hindämmert.Und bei dieser schmarozerpflanzenartigen Existenz, womit sie vieleJahrhundertc hindurch den andern Nationen geistig und leiblichaufgesessen hat und noch aufsitzt, verlangt sie — ohne eigenesVaterland — Patriotismus von ihren Brodherren! Für ihreIntoleranz, die nichts gelten läßt, eine Toleranz, die sich Allesgefallen lasse!"

„Das erstere wäre freilich schon längst, aber gegen sie aus-zuüben gewesen. Die andere genießen sie immerfort und bereitsim Uebermaß, wie Figura zeigt,"

„Was will Patriotismus heißen bei Menschen, die kein Vater-land haben? Warum haben sie es verlassen? warum nicht wieder-erobert? „Habens Holter so besser", denn dort im alten Canaanfräßen sie sich einander auf, hier aber nun andere. Der Judeist jetzt selber ein Proselyte des Thors, ein Jngniline, und was hates denn ihn zu kümmern, wie sein Hausherr sich in seinen 4 Wändenarrangirt hat oder serner arrangiren will? Woher nimmt er dasRecht, seinem Miether den Text nnd auch die Leviten zu lesen? Istdies nicht geradeso, als wenn die Mistel den Eichbanm, der sieträgt nnd mit seinen feinsten Säften nährt, harangniren wollte,daß er sich keinen freien Platz im Walde zu seiner Existenz aus-gesucht, wo er nicht von seinen Nachbarn incommodirt werde? oderdaß er seine Aestc und Zweige besser ausstrecken und sich gegendie Eingriffe der Nächsten mehr sträuben und spornen sollte?"

Ein Braunschweiger Jude, Israel Jacobsohn, hatte Na-poleon I. eine Bittschrift eingereicht folgenden jüdisch-patriotischenInhalts?

„Um die deutschen Juden glücklich zu machen, müsse ein sonve-rainer jüdischer Rath mit einem Patriarchen an der Spitze nieder-gesetzt werden? müsse die ganze jüdische Gemeinde Oammuaante(hier so viel als Nation) in Distrikte getheilt werden, von denenjeder seinen eigenen Synod besäße, der unter Aufsicht der franzö-sischen Regierung nnd des souverainen jüdischen Rothes in allengottesdienstlichcn Angelegenheiten entscheide und die Rabbinerernennte? müsse der souveraine Rath (in Frankreich) die Gewalthaben, jedem Juden die nöthige Autorisation (Iss äispsnsss) zuertheilen, um in allen Ländern die Bürgerpflichten zu erfüllen"(folglich die Bürgerrechte zu genießen),

Ueber diesen Plan äußerte sich Goethe (Goethes Briefwechselmit einem Kinde, 1. S, 205 und 208):

„Dem brannschweigischen Judenheiland ziemt es wohl, seinVolk anzusehen, wie es sein nnd werden sollte, dem Fürsten-