Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
42
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42 Börne und Consorten.

Daß der Langbeinige erröthet und vordem kurzbeinigenBörne sich schämt, und ihn gleichsam um Entschuldigung bittet,daß er Dummheiten in das Buch geschrieben, scheint extranoch ein Borgang zu sein, der sich nur in der PhantasieBörnes abgespielt hat und den er zu Papier brachte, um zuzeigen, wie einschüchternd seine geistsprühende Physiognomie aufden armen erwachenden Goy gewirkt haben mußte!

14. Wie Werne den Schisser und Hoctlje ljerunterschimpft und denljonorirten Judenverljiinniker ^Lessing nver diese Seiden sicsst.

III. S. 305 macht Börne (1830) über Goethes und SchillersBriefwechsel seine Witze:

„Kostbar ist ein Brief, den Goethe auf einer Reise nach derSchweiz ans Frankfurt an Schiller geschrieben. Wer ihn ohneLachen lesen kann, den lache ich ans." ^ „Die Briefe (von Goetheund Schiller) ergötzen mich bloß, weil sie mir Langeweile machen.Etwas weniger langweilig wurden sie mich entsetzlich langweilen.Wären sie gefällig, was wär's? Schiller und Goethe! Aberdaß unsere zwei größten Geister in ihrem Hanse, dem Vaterlandedes Genies, so Nichts sind — nein, weniger als Nichts, sowenig, das ist ein Wunder, und jedes Wunder erfreut, und wärees auch eine Verwandlung des Goldes in Blei, Wasser in Liguenr-gläschcn. Ein Briefwechsel ist wie ein Ehebnnd. Die Stille unddie Einsamkeit erlaubt und oerleitet viel zu sagen, was man andernverschweigt, ja, was man mittheilcnd erst von sich selbst erfährt.Und was sagen sie sich? Was Niemand erhorchen mag, was siesich auf dem Markte hätten zuschreien dürfen. Anfänglich schreibtSchiller: „Hochwohlgeborner Herr, hochzuverehrenderHerr Geheimrath." Nun, diese Etikette hört freilich bald auf?aber es dauert noch lange, bis Schiller Goethes Hochwohlgeburtvergißt, und nur einmal in 10 Jahren ist er Mann genug, ihnmein Freund, mein theurer Freund zu nennen. Goetheaber vergißt nie seine Lehenshcrrlichkeit über Schiller, man siehtihn oft lächeln über dessen Jämmerlichkeit, und ihn als einenblöden Buchdichter gnädig und herablassend behandeln. Er schreibtdaher: Mein Werthester, mein Bester."

Das geht noch an, aber Börne macht die beiden National-dichter mehr und mehr lächerlich; er will die Beiden unterseine Füße bringen, um sie als Piedestal seiner Größe und ge-trimmten Herrlichkeit zu benutzen. Er findet mit der ihm an-geborenen Schärfe ihre schwachen Seiten heraus (III. S. 327):