Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38 Börne und Consorten.

das Judenthum nicht minder als die menschliche Gesellschaft,und es ist lediglich die Connivenz des Staates, welche dieseSchlangenbrut groß gezogen nn d geduldet., Kann mandas Evangelium verantwortlich machen für die Grauet der Inqui-sition, z Paulus, den Apostel, für die Gräncl der Nikolaitcn,» diedeutsche Reformation für die Gräuel des Bauernkrieges?, Undwas würde Rohling sagen, wenn man die Grauet der Unzuchtund des Mordes, welche unter der Herrschaft Alexanders VI, undseiner Tochter Luerezia florirteu, aus den Canones und Dekretalendeducirte?"o

1. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Sind die Gesetzezu Gunsten des Wuchers und die Aufhebung der Ge-setze zur Unterdrückung des Wuchers nicht durch denHochdruck der Judenblätter zu Stande gekommen, welchenoch immer evident und klar die politische Constellation incolossaler Majorität beherrschen, sind sie nicht dieseröffent-lichen Judenmeinung" zu verdanken? Hat man nicht das Volkbethört, indem man das Kind nie beim Namen genannt, denChristen vorgeredet, was sie durch die Aufhebung dieser ver-alteten Gesetze für ungeheure Vortheile erringen, wiesie Geld für geringe Prozente bekommen würden? Was heißtStaat und Connivenz des Staates? Liegt der Zug zumWucher, der bei den Juden auf dem ganzen Erdkreissichtbar hervortritt, im Blute, oder in der Gesetz-gebung des Talmud? Der Protest eines convertirteuTheologieprofessors hat gegenüber den colossalen That-sachen gar keinen Werth,

Der Staat wäre schuld, daß er dieseSchlangenbrut groß-gezogen". Aber der Staat hat sie nicht ausgebrütet, sie warschon da; und wenn nun Delitzsch die Connivenz diesesStaates beschuldigt, so hat er allerdings Recht, aber das ver-ändert die Schuld der Schlangenbrut der millionen-köpfigen Hydra um kein Pünktlein,

2. Das Evangelium kann man für die Gräuel der In-quisition nicht verantwortlich machen, weil solche Gräuel imEvangelium nirgends anbefohlen sind, den Talmud aber mitseinen fürchterlichen Sätzen darf ein Theologe, der christlicheTheologie vorträgt, doch nicht mit dem Evangelium in Be-ziehung auf allgemeine Menschenliebe in einen Vergleichbringen. Dieser Vergleich hinkt nicht nur, sondern er ist auchgar nicht anzuwenden.