Börne und Consorten.
3. Wie Paulus für die Gräuel der Nikolaiten verantwortlichgemacht werden könnte, ist gleichfalls ein Räthsel.
4. Daß die Lehren der Reformation zum Bauernkriegegeführt haben, ist gewiß; Luther verdammte wohl den Bauern-aufstand, aber das ist kein Beweis, daß die Principien desBerwerfens der geistlichen nicht auch zur Verwerfung derweltlichen Obrigkeit geführt haben. Luther schreckte eben vorden unliebsamen Consequeuzen zurück.
5. Hier wären die Canones und Dekretalen anzuführen, welcheUnzucht und Mord lehren, und katholische Kirchenhistoriker zunennen, die Unzucht und Mord rechtfertigen. Alexander VI.kann somit für die Unschuld des Talmud nicht ins Treffen ge-führt werden.
12. We Winne beweist, inch die den Juden gewahrten Eoiicesstonenden Ghristen nichts schaden, weites in Frankfurt fünf Jahrenach der Hewährnng noch reiche Kaufläden, Käufer und Kutschengilt, die »och den Hhristen gehören.
Und weiter deklamirt Börne:
„Wie, die Früchte einer so mühsamen und kummervollen Saat,soll man tausend deutschen Bürgern, darum, weil sie Juden sind,rauben, und diese Erzeugnisse wegwerfend: französische In-stitute nennen dürfen? Man lese nur die alte Frankfurter so-genannte Jndenstättigkeit — man wird glauben, den Roman derBosheit zu lesen — und die Befreiung von solchen albernen, ab-scheulichen Gesetzen, daran man nur „hierund da etwas abzuändern"gedenkt, wird eine verderbliche, französische Einrichtung genannt?Wo sind denn die verderblichen Folgen dieser seit 5 Jahren be-stehenden Einrichtung? Man zeige oder nenne doch nur einenchristlichen Kaufmann in Frankfurt, der durch die den Judengewährte Handelsfreiheit verarmt oder von Bereicherung wäreabgehalten worden? Wem anders, als christlichen Kansieuten sindsie zugehörig, die täglich sich mehrenden glänzenden Kutschen undPferde, alle die Luftgärten, die man neu anpflanzen, alle dieHäuser und Paläste, die man in ganzen Straßen sich erhebensieht? — Wenn es aber christliche Kaufleute gibt, die ihre Zu-friedenheit nur in dem Unglücke und dem Mißbehagen ihrerjüdischen Mitbürger finden, dann möge man sie bedanern, be-lehren, wenn man will, doch nimmermehr darf man verstatten,daß ein erbärmliches Krämerrecht die Ansprüche der Menschlichkeitverdränge." —