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erwägend: „daß die Erinnerung an ein solches Verhängnißeinen tiefen Eindruck in der Seele jedes Bürgers und Ein-wohners machen muß", hatte diese Feier angeordnet. Am Schlüsseder Verordnung heißt es: „Der Senat erwartet von dem recht-lichen Sinn löblicher Bürger- und Einwohnerschaft, daß solchedurch ernste Gottesverehrnng den Dank gegen die Vorsehunglaut aussprechen werden. Zu diesem Ende wird Sonntag den27. l. M. in allen christlichen Kirchen feierlicher Gottesdienstgehalten werden, sowie in der jüdischen Synagoge Gebete ver-ordnet sind."
Diese Verordnung (dünkte dem Börne nun) wäre für dieFrankfurter Juden in hohem Grade verletzend. Hören wirseine Logik:
„Der Senat hatte mit Recht zur kirchlichen Feier einesirdischen Ereignisses nur aufgemuntert, sie aber nicht anempfohlen,denn dieses wäre eine Verletzung der Gewissensfreiheit gewesen.Aber warum ließ man diese gebührende Ächtung nur den christ-lichen Bürgern widerfahren und versagte sie den jüdischen?Warum heißt es von jenen, es wird in allen christlichen KirchenGottesdienst gehalten werden, und von diesen: man habe inder Synagoge Gebete verordnet? Warum spricht man dort vonGottesdienst, hier von Gebeten? Gesteht man den Judenkeinen Gottesdienst zu? i Dieser Eingriff in die religiöse Freiheitder Juden kann selbst in der vorgeblichen Verschiedenheit ihrerbürgerlichen Rechte in Frankfurt weder Erklärung noch Entschul-digung finden. Verordnete Gebete? Erhörst du sie, Vater desLichtes? ^ Wirst du der Herzen inbrünstiges Gebet von dempolizeibefohlencn nicht zu unterscheiden wissen? Gewahrst dunicht den bittern Fluch der Unterdrückten, den sie ansFurcht vor ihren Unterdrückern mit Segen über-zuckern?:! Oder wie? Ein Frankfurter Jude soll sich liebenderinnern tonnen der verwitternden Gebeine seiner Freunde, dievor hundert Jahren, da sie noch lebten, ein Unglück betroffen?.!Er sollte liebend der Atenschen gedenken, die ihn schmähten,mißhandelten, mit Füßen traten: einer Zeit, wo er keine Vater-stadt hatte und sein Geburtsort ihm fremder war, als jedesAusland? Heißt es nicht in der Beschreibung der damaligenFenersbrnnst: täglich mußten IM Mann Handwerksburschen,Bauern, Soldaten und Inden auf den Brandstätten arbeiten,räumen und den Grund wegschaffen, und den Jndenbanmeiiternwurde scharf anbefohlen, so viel Juden, als nur immermögli ch, zu solcher Arbeit herbeizuschaffen. -> Und das Andenkenjener Zeit soll ihn mit Menschenliebe erfüllen? Er soll das Unglückderjenigen beweinen, deren Urenkel ihn heute noch verfolgen, undihn, so viel es nur geduldet wird, in schmählicher Erniedrigung