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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
45
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nicht aus all diesen wechselnden Stimmungen den Grundton derLiebe heraushörte, die trotz alledem und alledem doch tief inseiner Brust lebte und die vielleicht niemals stärker war alsin den Momenten, wo er durch ein abschätziges Wort oder einenschnöden Witz sich auch innerlich von seinen ehemaligen Glaubens-genossen zu befreien suchte. Er selbst hat denRabbi von Bacharach"ein Denkmal dieser Liebe genannt. Und in der That feiert die-selbe in diesem Werke ihre seltsamsten Triumphe. Immer undüberall kehrt sie wieder. Schon im Eingang bricht sie in derSchilderung des Seder-Abends am Passahfeste mit elementarerKraft hervor.Wehmüthig heiter, ernsthaft spielend und märchen-haft geheimnißvoll ist der Charakter dieser Abendfeier, und derherkömmlich singende Ton, womit die Agade von dem Hausvatervorgelesen und zuweilen chorartig von den Zuhörern nachgesprochenwird, klingt so schauervoll innig, so mütterlich einlullend undzugleich so hastig aufweckend, daß selbst diejenigen Inden, dielängst von dem Glanben ihrer Väter abgefallen und fremdenFreuden und Ehren nachgejagt sind, im tiefsten Herzen erschüttertwerden, wenn ihnen die alten, wohlbekannten Paschaklänge zufälligins Ohr dringen."

Neminiscenzen an die Poesie des Seder-Abends und an dieLegenden der Ua°acla finden sich bei Heine später noch häufig.

Und es wird sicher allgemein interessiren, wenn ich erzähle,daß ich selbstdas abenteuerliche Buch, das die UaAncka heißt",aus welchem Harry Heine im väterlichen Hause die berühmtenFragen an seine Eltern gerichtet hat, gesehen und in Händengehabt habe. Es befindet sich jetzt im Besitze meines verehrten

°ö) ib. 227. I. 63 u. a. a. O.