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Heinrich Heine
Entstehung
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Schiffer des Abends am Herde von ihm erzählen sollte. Man ahnt: die Sommer-wochen in Italien hatten in ihm, ehe der Zusammenbruch seiner kühnen Hoff-nungen eintrat, die Zuversicht, Deutschlands Byron zu werden, aufs höchstegesteigert. Das ist jetzt aber endgültig vorbei: er ist zahm geworden, er möchteauf einer fernen Insel nur noch das Kätzchen sein, das am warmen Herdesitzt und zuhört, wenn von berühmten Taten erzählt wird.

Doch noch immer hielt Heine die Stellung, die er sich m Deutschland ge-wonnen hatte, für weit stärker, als sie tatsächlich war. Er wollte mit seinenFeinden Abrechnung halten, er wollte vor allem m Platen den Klüngel treffen,der an seinen Münchner Enttäuschungen schuld war. Maßlos scharf ant-wortete er auf einen gewiß niedrigen und geschmacklosen Angriff Platens.Wenn irgendwo paßt diesmal das oft gebrauchte Bild von dem Pfeil, der denunvorsichtigen Schützen selber trifft. Heine hatte weit überschätzt, was ersich schriftstellerisch gestatten durfte. Auf Widerspruch war er gefaßt, aberbald mußte er merken, daß er sich seine Stellung innerhalb der deutschenDichter- und Schriftstellerwelt fast ganz zernichtet habe. Seme Briefe vonEnde 1829 bis Ende 1830 zeigen die allmählich heraufdämmernde Erkenntnisdieses Fehlgriffs. Mit sicherem Siegesgefühl zieht er in den Kampf, dannwartet er vergeblich auf einen merklichen Erfolg, dann beginnt er das Miß-lingen zu ahnen, endlich kann er nur noch die Niederlage eingestehen und aufEntschuldigungen und Ausreden sinnen. Am 17. November 1829 meldet ertriumphierend Immermann, der ihm ja als sein Bundesgenosse im Kampfegegen Platen erscheinen mußte:Gestern morgen habe ich den Grafen Platenausgepeitscht und gestern abend Karl Immermann applaudiert. Bald darauferzählt er Immermann schon zu seiner Selbstverteidigung, doch mit demvollen Bewußtsein, recht gehandelt zu haben, wie sehr er gereizt wordenwar von Platen, der ihm zu Dank verpflichtet gewesen sei. Von Moser er-wartete er vollends keine Zustimmung; habe Moser doch in seinem wohl-verschanzten Kontor keine Ahnung von den giftigen Pfeilen, die seit Jahr undTag gegen Heine geschossen worden waren. Und so erlaubte er ihm, diestrenge Gerechtigkeitspflege, die er gegen Platen ausgeübt, zu mißbilligen,um freilich hinterdrein über Mosers Mißbilligung empört zu sein. Dann er-klärte trotzig ein Schreiben an Varnhagen vom 3. Januar 1830:Ich verlangekein Lob, und weiß, daß Tadel ungerecht wäre. Ich habe getan, was meinesAmtes war. Mag die Folge sein, was da will. Schon weiß Heine, daß Mitleidfür Platen erwache, daß man sage, er hätte Platen nicht so stark treffen sollen.Er tröstete sich: das sei immer so bei Exekutionen. Dennoch ist seine Stim-mung nunmehr wesentlich gesunken.Wie trübe beginnt dieses Jahr, wie be-

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