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Heinrich Heine
Entstehung
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habe bestimmen lassen. Dennoch werden wir uns, soll nicht der Vorwurfder Kurzsichtigkeit uns mit Recht treffen, entschließen müssen, solche undähnliche Zusammenhänge zuzugeben. Sie spielen eine große Rolle in HebbelsKunst; und auch für Hebbels Zeitgenossen Heine kann im Kreise der Ber-liner Hegelianer der triadische Rhythmus der Hegelschen Logik zu einer selbst-verständlichen Denkform geworden sein. Die zwingende und lockende Machtder Hegelschen Triaden ist zu ihrer Zeit eine kulturhistorische Tatsache ge-wesen; und wenn sie auch bis an die Grenze der Zahlenmystik herangingen,so sind sie doch nicht einfach als Zahlenmystik abzutun.

Sogar ms Leben konnte die Wirkung dieser logischen Kategorien über-greifen. Schon zu der Zeit, als sich in Kant und Schiller die Lehre Hegelsvorbereitete, zeigt sich in Schillers Dichten und Weltanschauung, in seinerganzen Betrachtung menschlicher Verhältnisse eine machtvolle Neigung,alles Geschehen und alles Bestehen in zwei Gegensätze und ein vereinigendesDritte einzuordnen. Heines Leben vollends als eine Hegelsche Trias zudeuten, ist leicht: die starken Gegensätze der Jugendjahre und der erstenPariser Zeit, dann eine Umkehr, ein Zurück zu Vorstellungen und Anschau-ungen der Frühzeit, ein Widerruf, der doch zu einer gewissen Versöhnungführt.

Die Gegensätze der Jugendzeit und der ersten Pariser Jahre liegen auf derHand. Heine vor Paris ist der Dichter desBuches der Lieder und derTragödien, der Verfasser derReisebilder, der Schüler Hegels, der deutscheByron, der Weltschmerzdichter, der romantisch angehauchte Verwerter deut-scher volksmäßiger Tanzreime und der Schöpfer der Nordseebilderform, derstermsierende Plauderer derReisebilder, die von Politik und von Dichtungim Sinne der Revolutionsideen von 1789 sprechen, ohne ein festes Programmzu geben. Heine in Paris gewinnt dank dem Saint-Simonismus die Gedanken,die er sucht und braucht, nicht ein politisches, sondern ein gesellschaftlichesProgramm, oder noch besser: eine neue Sittlichkeit, die seiner Künstlernaturzusagt. Heine konnte sich dabei auf den Materialismus stützen, der damalsin Deutschland, von Junghegelianern vorgetragen, seinen ersten Vorstoßwagte. Die neue Sittlichkeit tobt ihre Flegeljahre in denVerschiedenenund in denMemoiren des Herrn von Schnabelewopski aus, sie wird dannGrundstock der Gedankengebäude, in denen Heine den Franzosen die deutscheGeisteskultur genießbar machen will. Sie beherrscht auch Heines Feuilletons,die über französische Vorgänge nach Deutschland berichten, und bringt ihnin unversöhnlichen Gegensatz zu den asketischen Radikalen und Revolutio-nären, die in Paris eine deutsche Wiederholung der französischen Revolution

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