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Heinrich Heine
Entstehung
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Voraussetzung, auch aufwühlende Erlebnisse. Im Schlußabschnitt seinesLebens, im dritten Abschnitt seines Werdens, gewinnt er ein neues Weltbildund zugleich eine neue Kunst. Das erkennt am besten, wer das Auf und Abvon Heines Leben betrachtet.

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Heines Entwicklung zerfällt in drei deutlich getrennte Abschnitte. DieGrenzen dieser Abschnitte sind durch die Übersiedlung nach Paris und durchdie Erkrankung vom Jahre 1845 gekennzeichnet, die Heine auf das Schmerzens-lager der Matratzengruft warf. Daß der Eintritt in das Pariser Leben die Be-deutung einer Epoche hat, ist längst anerkannt. Strodtmanns biographischesWerk, die Briefsammlungen machen da einen starken Einschnitt. Die Zwei-teilung von Heines Leben wurde zum erstenmal mit voller Absicht durch denFranzosen Jules Legras in eine Dreiteilung umgewandelt: Jugend, Kampfes-jahre, Agonie. Henri Lichtenbergers wertvolles Buch über den Denker Heinehebt die Gegensätze der beiden Pariser Phasen gleichfalls stark hervor.

Die Dreiteilung von Heines Leben entspricht einer Liebhngsform seinerKunst: dem trilogischen Aufbau. Unverkennbar ist die Neigung Heines,Dichtungen als Triptychon anzulegen; Exposition, Krisis, Lösung sind dieimmer wiederkehrenden, stark hervorgehobenen Momente, die seinen Bal-laden ihre Form leihen. Dreiteilig sindAlmansor,Wallfahrt nach Kev-laar,TragödieOlaf,Tannhäuser,Apollogott,Dichter Firdusi,Vitzliputzli. An der letztgenannten Dichtung zeigte besonders Helene Herr-mann die trilogische Technik in ihren Feinheiten auf. Vielleicht ist es nichtallzu überspannt, den Namen Hegel, den Heine oft nennt, wo man ihn nichterwartet, auch bei dieser Gelegenheit anzurufen. Hegel hatte den tnadischenRhythmus in alle Erscheinungen der Welt hineingetragen, er hatte seine An-hänger gewöhnt, in der Reihenfolge: Thesis, Antithesis, Synthesis zu denken.Unschwer läßt sich zeigen, wie Heines Trilogien hegehsch von zwei starkenGegensätzen zu einem höheren Dritten weiterschreiten. ImTannhäuser:erst Absage an Venus und Sehnsucht nach Entsühnung; dann wiedererwachteSehnsucht nach Venus und trostloser Bescheid des Papsts; endlich Heimkehrzur Geliebten und bitterer Spott über eine Gedankenwelt, in der die Freudender Sinne Sünde heißen. In derWallfahrt nach Kevlaar: der kranke Sohnund die gläubige Hoffnung der Mutter; dann die Wunder von Kevelaer unddie hoffnungs- und trostlose Klage des Kranken; endlich die Erlösung.

Manchem scheint es vielleicht unglaublich, daß ein Dichter sich in derTechnik seiner Schöpfungen von den logischen Kategorien eines Philosophen

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