Druckschrift 
2,1 (1808) K - O
Entstehung
Seite
190
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Lyo Mar

in Einem Zuge zu tranSportiren, sondern man muß die Menge des-selben nach Möglichkeit beschränken und es einzeln, so gut eS an-geht; fort zu bringen suchen. Bei dem Uebergange der Franzosenüber den St. Bernhardsberg im Jahr igvO wurden im DorfeSt. Sierra das Geschütz, die Wagen :c. aus einander genommen,die Beschläge nebst der Munition in Kasten gepackt, und auf Maul-thiere geladen, die einzeln Stücken der Lästeren und Munitions,wagen aber durch 400 bis 500 in Kompagnien eingetheilte Gcbürgs,bewohncr getragen. Die Kanonenrdhre, in ausgeholte Fickten»stämme gelegt, wurden von Menschen gezogen, und die Vierpfün-der mit Franken; die Acktpfünder und Haubitzen aber mit1200 Franken bezahlt. In dem Dorfe Estrouble ward alsdann dasGeschütz wieder zusammen gesczr, gieng das Thal von Aostahinunter und unterhalb Pavia über den Po.

Man findet bisweilen Stellen, wo man die Kanone nicht aufdie gewohnliche Weise hinauf bringen kann , weil entweder derWeg sich zu kurz wendet; oder oben auf dem Berge kein Raumist, die Pferde gehörig anziehen zu laßen. Das kürzeste Mittelist : oben auf dem Berge eine Winde — gleichviel ob horizontaloder vertikal — oder auch anstatt derselben ein liegendes, durchvorgeschlagene Pfähle befestigtes Hebezeug an zu bringen, dasSchleptau <?rc>lonFs) an den Schwanzriegel der Lastete zuschlingen und das Geschütz so hinauf zu winden. Oder man schlagt«inen Pfahl auf dem Berge ein, um eine Scheibe daran befestigenund an das durch dieselbe gezogene Tau unten Pferde spannen zukdnnen. Da nun bekanntlich die Vermehrung der beweglichen Rollendie Kraft vergrößert; läßt sich auch die Bewegung der Kanonendurch zweckmäßig angebrachte Flaschenscheiben beträchtlich erleich-tern. Anstalt der Winde lassen sich auch zwei neben einander stehendeBäume gebrauchen, hinter die man ein rundes, 6 bis ic> Fuß langes1 Fuß starkes Holzstück auf eine Unterlage leget, und es an denEnden mit Löcher» versiehet, um es durch Handspeichen wie eineWelle bewegen zu kdnnen. Es ist von sich selbst klar : daß beidiesen Bewegungen an steilen Abhängen die Flaschenzüge oder dieeinfachen Scheiben sehr gut an starke und z ihrer Länge in denErdboden getriebene Pfahle befestiget seyn müssen ; damit sie nichtheraus gehen und das Geschütz rückwärts den Berg herab rollt»Bietet die Gegend keine Bäume dar, deren man sich anstatt derPfähle bedienen könnte, und erlaubte ein felsigter Boden dasEinschlagen der leztern nicht; werden mit dem Steinbvhrer ( Ki-xuille) der Mittlrer, 2 Löcher in Felsen gebohret, in die man eiserneBrechstangen treibt, um die Flaschenzüge an sie zu befestigen.

Auf eine ähnliche Art werden die Wagen auch abwärts erhal-ten , indem man das Hemmtau um einen Baum oder eingetrie-benen Pfahl schlingt und nach und nach abführt. In diesem