Druckschrift 
2,1 (1808) K - O
Entstehung
Seite
174
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Weil die auf diese Weise zubereitete Lunte nicht immer vongleicher Türe ist, auch ihre Zubereitung mehr Zeit erfordert, hatder Französische Artillerie-General Martilliere folgendes kürzereVerfahren vorgeschlagen, durch das man überhaupt nicht nur alteund verdorbene Lunten verbessern, sondern auch alles alteScilwerkinLunte verwandeln kann : Wenn die alte Lunte vorher in Wassergekocht worden, um ihr die vorherige Zurichtung zu nehmen ; läßtmau Regenwajser in einem Kessel sieden und wirft auf jedes PfundLunte, h Gros oder Quenr. Essigsaures Blei (Blei zucker Wcet-rtslie plvmd) hinein. Fünf Minuten sind zu der Auflösung diesesSalzes hinreichend ; dann wird dieLunte, oder das dazu bestimmteSeilwcrk rc> Minuten lang in die Lauge getaucht und an der Lustgetrocknet. Es ist sogar nicht einmal nothig! das Wasser zu sie-den ; das essigsaure Blei lbst sich eben so gut auch im kalten Was-ser auf, und man darf blos die Lunte 5 bis k> Stunden in derAuflösung liegen laßen, um sie eben so gut und brauchbar zumachen, als ob sie heiß zu bereitet worden.' Jedoch ist dabei vor-züglich ird' nes, und kein kupfernes Geschirr. auch immer, wennes möglich ist, Reaeuwasser an zu wenden. Von dieser Lunte über-reichte M1782 die erste Probe/, die in Gegenwart ei-ner Menge Artillerie-Offiziere angezündet ward, und von der ZZoll Eine Stunde brannten.

Bei der Uebernahme einer Menge Lunte werden einigeStückenaufgedrehet, um zusehen: ob sie inwendig nicht vielleicht durchModer und Nässe verdorbenes Werg, große Knoten, Blatter,oder andere fremde Korper enthält. Sie muß dabei zwar fest,doch weder zu hart noch zu sehr gedrehet, auch völlig von derLangedurchdrungen sein, welches sich durch die verschiedene Farbe leichtbemerken läßt; so wie der Geruch das Dasein von Fänlnisi undFeuchtigkeit anzeiget. Angezündet muß dieLunte, selbst bei feuch»ter Witterung, still und gleichförmig fort brennen, so daß 4 bis 5Zoll Eine Stunde dauren. Sie muß dabei eine harte, lebhafteund spitzige Kohle bilden, die gegen einen harten Korper Wider-stand leistet, und durch ein frei Hangendes Papier sogleich hindurchbrennt.

Puntenschloß ist seit Einführung der sogenannten FranzosischenSchlvher ganz aus dem Gebrauch gekommen. Eine Beschreibungdesselben würde daher hier überflüssig sein. Man findet sie in St.Ilemzt Nemciires ä'cLrtilleris V. II, und in Hst/sc/rtt Kriegs-schule.

Lunrenstock ( öouts-fou ) Ist gewöhnlich blos ein Stock vonhartem Holze, g Fuß lang, oben mir einem Einschnitt, um dasEnde der um den Stock gewickelten Lunte hinein klemmen zu kön-nen. Weil jedoch bei starkem Regen das Auslöschen der Lunte un-fehlbar zu befürchten ist; bedienet man sich mit Vortheil der Lun»tenverberger iz. Vab. XV. die von weißem Blech verfertiget