Lnf 169
den. Anstatt des BrandtwciuS kann mann auch die Vaumwol-lenfaden init starkem Weinessig ühergießeu, wie es dci der Franzö-sischen Slrcillcrie qewblmlich geschiehet, worauf ste durch eine» dün-nen Breiven r ThcilSalpetcr, 2 Theil Mehlpulver und einer hin-reichenden Menge Brandtwein gezogen und wie vorher getrocknetwerden.
ES kann zu verschiedener Absicht vortheilhaft sei», eine lang-sam brennende Zünd schnurr zu habe», zu welchem Ende man1 Pfund Mastixr — Salpeter1 — Colopboninm5 — gelb Wachs^ — Kohlenüber einem gelinden Feuer schmelzen laßt, und Z strehnige baum-wollene Schnüre so lange hindurch ziehet, bis sie die Stärke eineSWachSstockes bekommt/ Wenn man sich dieser Zündtschnure be-dienen will; zündet man sie an und bläst sie aus, so daß eineKohle entstehet, die sehr langsam und ohne zu verloschen fortbrennet.
Luft (a!r commun ) ist bekanntlich diejenige erpansible Gas-art, welche unsern Weltk'orper umgiebt, und wegen des stets regenLebens in der Natur mit einer beinahe unendlichen Menge fremderStoffe vermischt ist, deren Dasein wir zwar wissen, deren quantita-tives Verhältniß wir aber nicht messen können. An sich selbst be-stehet die athmosphärische Luft den neuesten Erfahrungen der Che-miker zufolge ans zwei sehr verschiedenen Gasarten, deren eine(der Sauerstoff) das Verbrennen begünstiget; der andere abersder Stickstoff) diesem Prozesse entgegen ist. Eine dritte GaS-arr. das kohlensiosssaure Gas, scheint zwar der Luft nicht völligeigenthomlich zu sein; allein, es wird fast allezeit in größerer odergeringerer Menge ihr beigemischt gefunden, so daß der Herr vonHumboldt es zu ihrem ursprünglichen Bestandtheile rechnen zudürfen glaubt. (S. Gas) Wegen des in ihr enthaltenen beträcht-lichen Antheiles von Sauerstoff ist die athmosphärische Luft sowohlden? thierischen Leben , als zu dem Verbrennen der Korper unent,bcbrlich, wird aber durch das eine, wie durch das andere ver-dorben und selbst irrespirabel gemacht. Dasselbe geschiehet auchdurch alle chemische Prozesse, bei denen irrespirable Gasarteirentwickelt werden, sobald die Menge derselben das in der Luft ent-haltene Sauerstoffgas sehr beträchtlich übersteigt: wie durch dasCalcinireu der Metalle ; durch alle Arten der Währung ; durch dieBehandlung des Eisens und Kupfers mit flüchtiaem Alkali. deKBleies mit Weinessig :c, endlich auch durch die Wirkung des elek-trischen Funkens.
D>e Lust und ihre besondere Eiaenstbaften sind von jeher eiivGegenstand der Untersuchungen der Physiker gewesen. Diese haben