Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
196
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kirschroth glühen, wo sie mit einer Zange herausgenommen undvermittelst eines eiserne» LoffelS in die schon geladene Kanone ein-gcführet werden. Die Roste bestehen aus Z doppelten Füßen,die unten 2z Zoll Ocffnung haben, und 12 Zoll hoch sind; sie sindbeweglich an die drei Quecrstabe angenieret, ant welchen die ei-gentlichen Roststangen zu den Kugeln der Barreriestückc 4 Zoll,zu denen der Fcldkanonen hingegen 2 Zoll y Lin. aus einander lie-gen, die gi> Zoll lang und 16 Lin. ins Gevierte stark sind. Auseinem solchen Rost können 18 Vier - und zwanzigpfüiidige, 21Sechzchnpfündige, Z2 Zwolfpfündige, z6 Sechs- und Acht-pfundige und 40 Vierpfüudige auf einmal glühend gemacht wer-den. Man musi dabei die Vorsicht beobachten , die Kugeln nichtweiß glühen zn lassen, weil sie dann zu schmelzen anfangen, son-dern sie bei Zeiten auS denn Windstromc des Blasebalges entfer-nen. An Werkzeug wird dazu erfordert: r Feuerhaken, 1 Feucr-gabel, 1 Zange, die Kugeln damit zu fassen und ans jedes Ge-schütz 1 eiserner Löffel, die Kugeln damit in daö Nobr zu bringen.

Weil jedoch die Kugeln auf einem solchen Rost nur langsamund nur unvollkommen glühend werden, hat zuerst in Gibraltarbei der Belagerung dieser Festung durch die Spanier ein Hanno-verischer Soldat, Namens Schwependick, seines Handwer-kes ein Nagelschmid, eine Art Windofen zu dieser Absicht angege-ben, der aus einer ins Gevierte aufgeführten Mauer bestand, in der2 einander gegenüberstehende Thüren angebracht waren, um denLuftzug zu befördern. Auf einem zu Unterst befindlichen eisernenRoste lagen die Steinkohlen zu Heitzung des Ofens ; oben darüberauf einem zweiten Roste von starken eisernen Stäben aber dieScückkngeln, auf welche noch Holz geworfen ward, daS Glühenzn befördern, wozu zc> Minuten Zeit erfordert wurden, wennder Ofen völlig in Brand war. Dieser faßte ioo Kugeln oderNach andern Nachrichten 200 Kugeln auf einmal.

Auch in Frankreich sind dergleichen Windöfcn eingeführet undauf Küstenbatterien des mittelländischen Meeres von der Rhone-Mündung bis nach Savona angelegt worden. Sie bestehen auseinem Schürloch, das 14 und 24. Zoll ins Gevierte hält, mit ei-nem eisernen Rost zu dem Holze und einem Aschenfall darunter»Der Boden des Heerdes, auf den die Kugeln gelegt werden, istZO Zoll breit, n6Fnß 2 Zoll lang, und in 4 Furchen getheilet,die gegen das Schürloch herabgehen, und unten mit ihm in glei-cher Höhe liegen. Um das Brennmaterial zu sparen, und das ,Glühen der Kugeln zu beschleunigen, werden 12 bis r -z Zoll lange,und höchstens Z Zoll dicke Holzstücke von 5 zu Z Minuten,'ingleicher Menge dergestalt eingeworfen, daß sie ausrecht zn stehenkommen. Es wird alsdann eine Stunde erfordert, den Ofen zuerhitzen, und ga bis 35 Minuten, eine sechs und drcißigpfündigeKugel kirschroth zn glühen; in welcher Zeit zusammen it, bis izWürfelfuß weiches Holz verbraucht werden. Ein Mann muß