Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
195
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Gir—Glü ?yZ

befestigst, lind in diesem die Raketen — die kleinern Kaliber indie Mitte und die starkern sowohl als die versezten Raketen aus-sen herum — aufgehangen, daß sie 6 Zoll von einander abste-hen» An den Seiten wirb das Gerüste mir Brctern verkleidet undoben mit einer leicht wegzunehmenden Decke versehen ; der untereBoden zu dein Hindurchstecken der Stäbe ist hier nicht durchausnothwendig, man kann anstatt desselben l Fuß hoch Sand unterdas Gerüste schütten, worinn die Enden der Raketenstabe feststehen. Noch grdßcre Giranden zu einigen tausend Raketen er-fordern ein festes Gerüste von Zimmerholz mit doppelten Bodenund einer beweglichen Decke von zwei Fallthüren, so durch Seileund Rollen unmittelbar vor dem Zünden schnell genug aufgezo-gen werden können. An den Seiten ist das, bisweilen über 60Fuß hohe, Gerüste mir Bretern verkleidet, und das Zünden ge,schiehet vermittelst eines Lcitfcuers von unten herauf. Es müssenjedoch dabei Sprühen und Wasser in Bereitschaft seyn, weil ge-wohnlich die Brcter des ebenen Bodens durch das heftige Feuerzu brenne» anfangen. Die Wirkung dieser großen Fenergar-ben wird endlich gar sehr dadurch erhöhet, wenn man die Ra-keten nicht in ein Viereck, sondern mehr breit als tief, und dieversezten in die vordern Reihen gegen die Zuschauer hin ordnet.

Glühen (rouglr) erfolget durch eine heftige Erhitzung derKörper, wobei sie zu leuchten anfangen, und entweder zerstöretwerde», oder bei einer niederern Temperatur wieder in ihren vor-herigen Zustand zurückkehren. In jenem Falle laßt sich durch ei-nen ans den Körper geleiteten Windsirom gewöhnlich eine wirk-liche Flamme hervorbringen, und finden alle Erscheinungen desVerbrennens statt (Siehe Heuer). Nach den neuesten Versuchenscheint 6500 Fa hr enh. der gewöhnlich zu dem Glühen der Kör-per erforderliche Hitzegrad zu seyn, wo jedoch z. B. Zinn undBlei schon schmelzen, ehe sie glühen, bei andern metallischenKörpern hingegen gehet leztereS dem Schmelzen vorher.

Glühende Rugeln (boulets ron^es) dienen zu dem Anzün-den feindlicher Gebäude, Magazine, von Holz und Faschinenerbauter Batterien, und Schiffe; wo sie besonders in den Ha-fen und auf den Seeküsicn - Batterien mit Erfolg angewendetwerden. Grenaden und Brandkugeln haben zwar dieselbe Be-stimmung , doch bei weitem nicht die Schußweite, die Percus-sivuskraft und die genaue Richtung der glühenden Kugeln, diesich nberdieses nicht wie jene durch den brennenden Zünder ver-rathen.

Um die Kugeln glühend zu machen, wird im Allgemeinen eine

Zoll tiefe Grube in die Erde gegraben, und mit Holz oderglühenden Kohlen angefüllt; auf den über die Grube gesezten ei-sernen Rost werden alsdann die Kanonenkugeln gelegt, und dieKohlen mir einem Blasebalg so lange angeblasen, bis die Kugeln

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