Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
132
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IZ2

das Athmen noch das Verbrennen zn unterhalten fähig; hat ein weitgrößeres spezifisches Gewichtals andere Gasarten (denn einWür-felzoll wiegt o,68y Gran), undbesizt alle Eigenschaften einer Sau-re. Seine Bestandtbeile sind 17 Theile Kohlenstoff und 8z TheileSauerstoff; auch gehöret es nach v. Hu mboldr mit zn den all-gemein verbreiteten Bestandtheilen der atmosphärischen Luft, de-ren Gehalt von Kohlensäure in der Mittelzahl 0,015 Ehe dieantiphlogistische Clnmie den meisten Substanzen neue Namen bei-legte , war diese Gasart unter dem Namen der firen Luft,oder der Luft saure bekannt.

4) Von allen bekannten Gasarten ist das Wasserstoff-gas (xa? kvä'v^ne) das leichteste. Ein Würfelzoll desselbenwiegt nur o,<zz5Zy Gran und ein Würfelfuß 61,15 Gran. Manerhalt es durch die Zerlegung des Wassers vermittelst der Metalleund Säuren, indem man besonders Eisen oder Zink in mit Was-ser verdünnten Säuren — Salpetersäure und Arseniksäure aberausgenommen — auflost, oder wen» man Wasser über glühendesgeschmeidiges Eisen treibt, denn das Roheisen und derStahl einhalten Kohlenstoff. Dieses Gas hat weder Geruch nochGeschmack; kann in keine weitern ungleichartigen Bestandtheilezerlegt werden, und gehöret daher zu den einfachen oder Grund-stoffen; ist für sich weder zu Unterhaltung des Verbrenncns nochzu dem Einathmen tauglich; zeigt keine Spuren von Säure, laßtsich mit dem Wasser vermischen, und ist bei dem Zutritt der at-mosphärischen Luft oder des Sauerstoffes sehr leicht entzündlich,denn selbst der schwächste electrische Funke ist dazu hinreichend,daher man es auch sonst mit dem Namen der brennbaren,inflammabeln oder entzündlichen Lust belegte. Vonihm unterscheidet sich das

5) gekohlte Wasserstoffgas lr/üra^öne car-bons) durch seine größere Schwere, durch seinen eignen unange-nehmen Geruch, und durch die Hervorbringung der Kohlen-säure bei dem Verbrennen mit Sauerstoffgäö. Es erzeuget sichdurch die Hitze und durch die Gährung, aus mehrern brennbarenKörpern, nicht minder durch die Fäulniß aller thierischen Körperund Vegetabilien, auch aus Sümpfen und stehenden Gewässern,daher es auch den ältern Naturforschern unter dem Namen desentzündlichen Schwadens und der Sumpfluft schonlängst bekannt war.

6) Mit den beiden vorhergehenden stimmt das Fluß sa u r eGas (5552 aclcle kluorigue) in Absicht der Jrrespirabilitat undUnfähigkeit, das Verbrennen zu unterhalten, überein. Es ent-bindet sich aus dem mit Schwefelsäure übergvssenen Flußsparh,hat einen der Salzsäure ähnlichen Geruch und Geschmack, undverwandelt sich bei dem Hinzutritt der atmosphärischen Luft inweißgraue Dämpfe. Vom Wasser und Alkohol wird es verschluckt,und läßt bei ersterem seine Kieselerde fallen. Sein spezifisches