Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Feld

9

krafte derselben, und die Hülfsquellen, welche der Kriegsschau-platz darbietet, ebenfalls sehr wesentlichen Einfluß ans jene Be-stimmungen haben, lassen sich auch durchaus keine unveränderli-che Regeln darüber geben, sondern blos Beispiele aufstellen,die ein mit der theoretischen und praktischen Geschützknnst ver-trauter Mann alsdann leicht nach Beschaffenheit der eintreten-den besondern Ncbcnumstande modificiren wird. Mit Recht sagtder General Morla, einer der geschicktesten Artilleristen: „Man„wird nie etwas leisten, wenn man sich bei dem Gedanken be-ruhigt, daß man vermittelst der Regeln, welche man schon„weiß und schriftlich bcsizt, alle möglichen Auftrage erfüllen kon-„ne. Der Einzige Grundsatz, den man als unumstbßlich an-,,nehmen muß, ist: daß man keiner Borschrift, kei-„n em Buche, so deutlich und lichtvoll es immer„sein mag, blindlings folgen darf; weil es durch-aus nothwendig ist, jede Regel.mit den Umstan-„den zu vergleichen, und nach Beschaffenheit der-selben von ihr abzugehen."

Als das Geschütz noch sehr lang und schwer war, konnteman dasselbe wegen der ungeheuren Menge Pferde, die es er-forderte, nur wenig im Felde mitführen. Wie man es aber zuerleichtern anfieng, vermehrte man seine Anzahl auch dermaßen,daß die Bewegungen sowohl, als die Subsisienz der Truppendadurch außerordentlich erschwert wurden. Kein Terrain konntenunmehr so viel vortheilhafte Punkte darbieten, als für die beider Armee befindliche Geschützmenge nothig waren, wenn diesemit Erfolg gebraucht werden sollte, ohne die Truppen zu hin-dern. Eine Folge davon war, daß ein ansehnlicher Theil derArtillerie nicht ins Gefecht kam, und daß daher, genaugenom-men, die darauf verwandten Kosten unnütz waren. Diese Be-trachtungen , verbunden mit der Autorität einiger Schriftsteller,vorzüglich aber der Drang der Umstände, waren Ursache, daßdie Franzosen in dem letzten Kriege ihre Geschützmenge außeror-deutlich verkleinerten, und auch den Bataillonen keine besondernKanonen zutheilten. Allerdings waren dadurch ihre Bewegun-gen außerordentlich erleichtert, und keine Rücksichten hielten siebei ihren Entwürfen auf; keine andere Armee aber kann und darfein ähnliches Angriffs-Snstem befolgen, und selbst die Franzosenwürden bei einer veränderten inneren Lage es nicht mehr. Eswird daher auch eine größere Anzahl Geschütz erfordert, um dieUnternehmungen der Armee zu unterstützen, und S charnhorsthat (Handbuch für Officiere "rr Th. S. Y8-) bewie-sen , daß zwei Batterien Sechspfünder mehr Nutzen schaffen,als ein Bataillon Infanterie, ja, sehr oft selbst den Sieg her-bei führen können, vorausgesezt, daß die Artillerie gut und rich-tig bedienet wird.

Gewöhnlich wird die Zahl des Feldgeschützes nach der Zahl