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Von deutscher Philosophie, Art und Kunst : ein Votum für Friedrich Heinrich Jacobi gegen F. H. Schelling
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In dieser logischen Form der ganzen Anordnungist nun folgender sehr einfacher Fehler. Jeder Beweisist ja nur Vermittler; er leitet Urtheil von Urtheil ab.Hier fehlt also die Auskunft über den unmittelbaren An-fang / den Grund aller philosophischen Ueberzeugung.

Wäre Kant diese einfache Bemerkung klar gewor-den/ so würde er bald gefunden habe»/ daß ja in sei-nem System die Kritik der Urtheilskraft mit ihren Unter-suchungen gerade beS lebendigsten in unserm Geiste nureine gleichsam unerwartete Zugabe sey / die nirgendsmit Nothwendigkeit in das Ganze cingriffe. Ueberhaupter würde dann gesehen habe»/ daß er seinen ganzenPlan wesentlich ändern / seiner Lehre gleichsam einenganz neuen Mittelpunkt schaffen müsse/ eben durch jeneFrage nach dem unmittelbare» Quell philosophi-scher Wahrheit. Und dann / meine ich / hätte er seinerLehre ungefähr die Gestalt gegeben/ welche meine Kritikder Verminst zeigt.

Der größte wissenschaftliche Gewinn aus der Kan-tischen Lehre ist die vollständige Nachweisung aller Na-tnrbegriffe und spekulativen Ideen. Der schönste Theilseiner Lehre ist das Leben und die Selbstständigkeit seinerpraktischen Philosophie. Der größte Mangel für die An-Wendung aber, seine mißlungene Ausbildung der Glau-benslehre. Hier war seinen Schülern noch viel zu thunübrig. Ich bin nun meiner Sache gewiß / daß ich die-