Erd 269
bisweilen in Festungen, wenn es an jenen fehlt, um die Annä-herung der feindlichen Trenschee zu erschweren, und wendet dieSteine von dem aufgerissenen Pflaster der Stadt dazu an. Einsolcher Lrdwurf bestehet aus einem großen Fasse ohne Boden, dasunter einem Winkel von 4Z bis 50 Graden in die Erde gegrabenund an den Seiten gut verdammet wird, die Hintere Seite ausge«uommcn, wo daö Lcilfeuer herausgeführct werden soll. Unter derMitte des Fasses wird die Pulverladung entweder in einem holzer,uen kubischen Kasten, öderen einer großen metallenen Kammeroder Petarde eingesezt. Die Starke dieser Ladung richtet sich nachdem ohngcfahrcn Gewicht der zu werfenden Steine, so daß aufjedes Pfund derselben 2 bis z Loth Pulver gerechnet werden, weilder Erdwurf überhaupt nur auf nahe Distanzen von Zoo bis500 Schritt brauchbar ist. Auf die Ladung kommt ein 4 bis ZZoll dicker hölzerner Hebespiegel, auf diesem aber werden die Steinedergestalt eingelegt: daß die größten zu unterstund über die Areder v ammer, die kleinen aber au die Seiten und oben liegen, bisdas Faß grbßteutheils damit angefüllt ist. Es ganz voll Steinezu laden, hat den Nachtheil: daß die obcrn Lagen keinen Triebbekommen, sondern unmittelbar vor dem Fasse niederfallen.
Das Leitfeuer bestehet aus einer Stopine, die durch eine blechneNdhre oder auch durch alte Flinten - und Pistolen - Läuffe, wovonman die Schwanzschrauben abgenommen hat, vermittelst eines indie Kammer gemachten Loches unten in die Ladung gefnhret wird.Die hierzu hinter dem Fasse ausgegrabene Erde muß möglichst festgerammt, oben auf aber müssen Sandsäcke geleget werden, dieiz Durchmesser des Fasses in der Breite und Länge einnehmen undderen Hohe der Tiefe des ganzen Erdwurfes, mit Einschluß derKammer gleich ist, um einen hinreichenden Widerstand zu erhal-ten , damit die Ladung nicht rückwärts wirkst.
Man kann auch, und besser noch, das Leitfeuer von vornherein durch die Ladung, und durch ein in dem Hebespiegel ange-brachtes Loch bis mitten in die Kammer führen. In diesem Falle wirddie Stopine oben heraus und unfeinem untergelegten Brete ein Stückseitwärts gelegt, um den E r d w u r f ohne Gefahr zünden zu können.
Dieses E r d w n rfe s, der an: schicklichsten im bedeckten Wege— so lange man noch Herr davon ist — , um die Spitzen derfeindlichen Sappen zn bewerfen, und nachher auf dem Hauptwalleangebracht wird, bediente sich votzüglich der Artillerie - ObersteGctkant in der Belagerung von Thorr: ibzy. sehr häufig, undwarf immer fünf-bis sechshundert Pfund Steine oder Grcnadcnpon verschiedenem Kaliber auf Einmal in die Stadt.
lLrdwinds (Vinäax oder Labestan vertioal) ist eine senkrechteWinde, die zu Fortbewegung großer Lasten gebraucht wird, weilsie mehr Kraft äußert, als die horizontale; denn man kann einenlänger:: Hebel bei ihr anbringen, als bei der leztern. Ihre Ein-richtung ist sehr einfach: denn gewöhnlich ist die stehende Wellenicht einmal in ein Gerüste eingeschlossen, sondern inwendig hohl,
S 2