Druckschrift 
1,1 (1804) A - E
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

268 Erb

ihren Verbindungen mit den Säuren getrennt. Mit Borar schmilztsie zu einem durchsichtigen Glase.

4) Die Z i r k 0 n e r d e ( Lirccme oder terra cle flargcm) oderauch H v a c i n t h er d e, wird in Verbindung mit Kieselerde undEisenoxyd im Zirkon und Hyacinth gefunden. Sie suhlt sich rauhan, ist völlig weiß und von sehr großem spezifischen Gervicht. Mitden Alkalien gehet sie weder auf nassem noch trocknen: Wege inVerbindung; loßt sich hingegen in allen Säuren auf, so langesie nicht durch Glühen verhärtet und unauflöslich gemacht ist; diedadurch entstehenden Salze haben einen zusammenziehenden Ge-schmack und lassen sich mehr oder weniger schwer im Wasser attflö,scn. Mit dem Schwefel verbindet sich die Zirkonerde durch Schmel-zen zn einer im Wasser unauflöslichen Substanz.

z) Die Talkerde (lVIa^nesie) findet sich immer in Verbin-dung mit andern Erden und Sauren, vorzüglich der Kohlensau-re, und macht einen wesentlichen Bestandtheil der talkartigenSteine: des Specksteins, Nephrits, der Walkcrde, des Meer-schaums :c., die sich durch ein schlüpfriches Gefühl auszeichnen.Mit Schwefelsaure verbunden findet sie sich als Bittersalz, in denMineralwassern und Salzquellen. Rein wird sie durch Zerlegungdes schwefelsauren Talks mit kohlensaurem Kali und nachhcrigeSAuSglühen erhalten. Sie fühlt sich dann sanft an, bildet jedochmit Wasser keinen zähen Teig, und wird im Feuer nicht hart, wiedie Thon er de. Für sich allein ist sie ganz unschmelzbar; mitKalk aber schmilzt sie zu einem festen Glaße, das sich weder durchWasser noch durch Säuren auflösen läßt. Die übrigen Alkalienwirken unter keiner Bedingung auf die Talkerde, die hingegen mitallen Säuren sich zu leicht aufldslichen Salzen von einem bitter»Geschmack verbindet. Nach dem Ausglühen phosphoresziert oderleuchtet sie im Dunkeln.

6) Die von Hrn. Trommsdorf im sächsischen Beryll ent-deckte Agusterde (^oustins) ist weiß, unschmackhaft und imkochenden Wasser unauflöslich. Sie unterscheidet sich vorzüglichdadurch: daß sie mir den Sauren sich zu völlig geschmacklosen Sal-zen verbindet; daß sie von den Alkalien weder auf trocknen: nochauf nassem Wege aufgelöst wird; und daß sie selbst nach demGlühen noch durch Säuren aufldslich bleibet.

tLrdharze (bitumss) sind nach Green mineralische brennbareSubstanzen, aus denen man bligte Flüssigkeiten destilliren kann.Er führet folgende Arten davon auf: 1) die Naphtha; 2) daSBergöl; Z) das Erdpech; 4) Steinkohle; 5) Kohlenblende; 6) bi-tuminöses Holz, wohin die Braunkohle und der Torf gehören;7) der Bernstein (Grundriß ber Na turlehre Z. 429.)

Lrdmorser oder Lrdwurf ward r6gZ. in der Belagerung vonKostul tz durch die Schweden zuerst gebraucht, die feindlichen Werkemit einer größern Menge Steine zn überschütten, als der gewöhn-liche Mörser liefern kann. Seitdem man aber die besonder:: Stein-morser eingeführet hat, bedienet man sich der Erdwürfe nur noch