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biete d-t Chemie und der Physik und die wirklich?, nicht auf leere Spekulation, son-dern auf sichere Experimente basirte Entdeckung der Ausdehnungskraft der Gase nochunbekannt waren. Deshalb schon allein darf die Aktraktionslehre mit einigem Miß-trauen behandelt werden. Allein die Schwierigkeit, die verschiedenartigen Bewegungender Himmelskörper durch Anziehung zu erklären, vermehrt sich mit jeder neuen Ent-deckung, wie z. B. die der schnellen Rotation des Wolkengürtcls Jupiters, die nachden Gesetzen der Attraktion unmöglich ist; der langsamen Umlaufszeit der Doppel-sterne, welche mit der Hypothese der Attraktion in Widerspruch steht, und mehrereandere schon oft erörterte Widersprüche dieser Lehre. Obschon die Prüfung immerdringender wird, so ist und bleibt man ihr doch fcind; denn es ist viel bequemer dasHergebrachte als ehrwürdige Autorität bestehen zu lassen und blind anzunehmen, alsselbst zu untersuchen und nach eigener Ueberzeugung zu urtheilen.
Wenn der Stein fällt, so sagen wir, weil es uns so gelehrt worden ist, und wirselbst nicht nachgedacht haben, er wird von der Erde angezogen: als ob die Schwerkraftnicht anders als durch Anziehung möglich wäre, und es keine andere Ursache der Be-wegung geben könnte als Anziehung. Die Schwerkraft soll aber hier gegen diese un-wahre und unmögliche Eigenschaft vertheidigt werden. — Das ohne Prüfung ange-nommene Wort der Anziehung hat so tiefe Wurzeln gefaßt, daß Mancher sogar denktes könne ohne Attraktion sich nichts bewegen. "Das Schiff aber segelt bei günstigemWinde mit groser Kraft: ist das auch Attraktion? Der Dampfwagen rollt dahinweit schneller als der fallende Stein: das muß denn auch eine weit stärkere Attrak-tion sein! —Das Fallen der Körper soll durchaus, will man glauben, eine Anzie-hungskraft beweisen: wenn aber eine Anziehung den fallenden Körper niederzieht, somuß es eine andere sein, welche den Blitzstrahl an den Wetterleiter herabzieht, eineandere, welche die Elektrizität leitet, eine andere, welche uns die Strahlen des Lichtsbringt, eine andere, welche den Kompas nach dem Pole hinwendet, eine andere, durchwelche der Dampfwagen fortrollt, eine anders, durch deren Kraft die Pflanzen wach-sen, eine andere, welche die Metalle zusammenhält, und endlich so viele Anziehungs-kräfte, daß sie sich in allen Richtungen durchkreuzen.
Man denkt sich gewöhnlich die Attraktion als ein einfaches Naturgesetz und diewahre Ursache der Bewegungen der Himmelskörper; sie ist aber keineswegs einfachund kann ohne Hülfe anderer Erdichtungen keine Bewegungen hervorbringen. Mandenkt, der Stein fällt, weil die Erde ihn anzieht, und so soll auch die Sonne die Pla-neten anziehen. Der große Unterschied aber ist, daß der Stein wirklich auf die Erdeniederfällt, die Planeten aber nicht in die Sonne stürzen; was hindert sie, der unge-heuren Anziehung nachzugeben, was erhält sie schwebend im Raume? Dies ist diegroße Schwierigkeit des Systems, die man gewöhnlich übersieht und die nur seltenerwähnt wird. — Damit nämlich die Planeten statt auf die Sonne zu fallen und lie-gen zu bleiben, hingegen um die Sonne kreisen, kann es bei der Anziehung nichtbleiben, und es müssen noch andere Kräfte, welche die-Natur nicht kennt, erfundenwerden. — Außer der Anziehungskraft denkt man sich noch eine andere verborgeneund unbegreifliche Kraft, vermöge welcher jeder Körper unaufhörlich streben soll, ingerader Richtung durch das Weltall fortzulaufen, und die man Wurfkraft genannthat. So mußte man um zu erklären, warum die erdichtete Anziehungskrast derSonne die Weltkörper nicht in dieses Gestirn hineinzieht, die Wurfkrast oder eineArt den Planeten zugetheiltes Leben erfinden, mittelst dessen sie sich ununterbrochenanstrengen, in gerader Linie fortzuschreiten und sich von der Sonne, aus die Berüh-rungslinie des Zirkels, den sie beschreiben zu entfernen, so daß sich die Planeten, ohnedie Anziehungskraft der Sonne, ewig in gerader Linie fortstürzen würden, und daßsie. roenn die Anziehungskraft allein da wäre, alle in der Sonne falle» müßten; das