diese» daher, daß wir sie zweimal fühlen, wenn sie kommt und wenn sie von der Erdezurückprallt- Das Wort Zurückprallen ist der Reaktion der verdichteten Wärme nichtangemessen, wir behalten es aber als gebräuchlich bei. Nach den Regeln der Refle-xion muß die Wärme der flachen Lander senkrecht von der Oberfläche zurückprallen,und die von den Abhängen der Berge abwärts nach den Ebenen zu; wovon danndiese beiden verschiedenen Richtungen herrühren: die Wärme welche auf die Bergsfällt, prallt auf die sie umgebenden Ebenen, und die der Ebenen zur Sonne, wohersie kam, zurück-
Die Wärme, welche auf die Berge fällt, richtet sich also zu der entgegengesetztenSeite, als woher sie kommt, während die Wärme der Ebenen in derselben Richtungwoher sie kommt zurückprallt. In dieser Ricktung aber wird sie durch den Druckder immer ankommenden Wärme aufgehalten. Hierdurch entsteht eine größere Dicht-heit der Wärme in den Ebenen, während die Berge den Druck, den sie erhalten,schräg zurückwerfen. Die Berge müssen daher eine kältere Temperatur haben, als dieFlächen, und zwar so, daß die Intensität der Wärme aus den Bergen geringer ist,je steiler sie sind. Daher haben die steilsten Berge den härtesten Fels, und sind amMeisten mit Schnee und Eis beladen.
Die an der Oberfläche der Erde zurückprallende, oder besser sich anhäu-fende Wärme bildet den Dunstkreis in welchem wir leben. Ob dieser Dunstkreis,der die Erde in ihren Umlauf »:m die Sonne begleitet, eine große oder eine kleineZahl Meilen oder Klaftern hoch über die Erde steht, kann dahin gestellt bleiben, manwird aber jedenfalls annehmen müssen- daß diese Anhäufung der Wärme an der Erd-fläche, nahe an der Erbe, wo die Reflexion statt hat, eine größere Intensität habenmuß, als höher hinauf, bis wo endlich die reflektirte Wärme gar nicht oder wenighingelangt: in andern Worten, daß die reflektirte oder die verdoppelte Wärme vermin-dert, je höher wir steigen. Es muß mithin nach oben, wo die Wärme nur einfachvorhanden ist, immer kälter werden. Dies haben die Lustfahrer beobachtet, und sag-ten mit Recht, daß es oben, je höher, je kälter ist. Ein Naturforscher hat aber sehrUnrecht, wenn er nun ferner schließt, daß die Kälte zunimmt bis zur Sonne, derQuelle aller Wärme. Dieser Schluß ist ungefähr so unüberlegt und falsch als folgen-der. Ein Knabe spaziert im heißen Sommer an einer Mauer vorbei, an welcher dieSonne drückend zurückprallt. Gegen der Mauer über ist eine große Fläche, wo jen-seits die Sonne am heitern Himmel steht. Der Knabe fühlt eine drückende Hitze vonder Mauer herkommend, während die Flache ihm kühlend erscheint. Ei, sagt er, mandenkt die Wärme kommt von der Sonne, mit Nichten: die Wärme ist an der Wandstärker, und es wird kühler, je mehr ich mich von der Wand entferne, und näher zuder Sonne trete. — Rennt man nun statt der Wand unsere Erde, so ist dies genaudas Raisonnement der Physiker, welche sich die Wärme der Sonne ohne Feuer den-ken. Sollte dieser Knabe nun ferner sagen wollen, da es nach der Sonne hin kälterwird, müsse diese selbst ein kalter Körper sein, und werde wohl nicht durch Feuer,soudern durch Anregung Wärme verbreiten, so wäre ihm leicht begreiflich zu machendaß Erwärmung durch wirkliches Feuer natürlicher, wahrscheinlicher und leichter zubegreifen ist, als solche Anregung Man möchte ihn aber noch schneller durch ein^r^umsntum nck livminem von seinem Irrthum überzeugen. Man lasse ihn wäh-rend eines Platzregens, der die Rinnen überfüllt, einen Fuß ins Wasser setzen, mitden Worten: sieh' wie die Erde dich durch Anregung unter Wasser setzt. Der Knab^wird antworten: dies ist nicht wahr, das Wasser fällt vom Himmel. Nein, sage manihm, das Wasser fällt so wenig vom Himmel, wie die Sonnenwärme, es entstehtdurch Anregung. Aber ich sehe es ja fallen in dicken Tropfen, antwortet derKnabe. Also, sagt man ihm, weil du die dicken Tropfen des Wasser»