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Sonne bei gleichmäßiger allseitiger Zuströmung der Gase der Atmosphäre, derenBrennpunkt sie ist, durch deren allmähligc und einförmige Verbrennung eine gleich-mäßige Ausströmung von Wärme und Licht unterhalten.
Diese einfache Erklärung der Sonne kann auch noch durch die Absurdiräl derMeinung bestätigt werden, daß Licht und Wärme ohne eine wirkliche Verbrennungvon der Sonne ausströmen könnten. Da uns die Erfahrung lehrt, daß es kein Feueroder Licht geben kann, ohne die Zerstörung eines andern Körpers, der es hervorbringt,so sind wir, um richtig zu schließen genöthigt, daraus zu folgern, daß die Sonne nurdurch eine Verzehrung brennt, welche, nach der Entfernung und dm Wirkungen zuurtheilen, unermeßlich sein muß. — Was sind es für Massen, die zu dieser ungeheu-ren Verbrennung hinreichen können. Wir sehen keine Körper in der Atmosphäre,noch Kometen, die von der Sonne verschlungen worden. Es können mithin nur diedurch fortwährende Verdunstung unerschöpflichen Gafe der Atmosphäre ihr Feuer un-terhalten, weil sich ihr keine andere Materie nähert.
Wenn man bedenkt, daß dieses Licht nur durch die fortwahrende Berzehrung desGases bestehen kann, so kann man sich kaum die Massen Gas denken, welche der un-geheure Feuerschlund der Sonne jeden Augenblick verschlingt. — Wie sehr ist tnesevon der Annahme, daß sie nichts erhält, verschieden Hatte man von gleichen Wir-kungen auf gleiche Ursachen geschlossen, so würde man sich gesagt haben - die Sonneund ein schwaches Licht hier unten zeigen sich auf einerlei Weise; aber ein Licht be-steht nicht ohne Verzehrung irgend einer Materie, die Verzehrung der Sonne mußdaher ungeheuer sein. Und von hier aus hätte man nur no ch einen Schritt'zu derEntdeckung, daß die Atmosphäre mit uns und der Sonne in Verbindung stehr, zumachen gehabt. Herschel muthmaßte es schon früher, indem er an der Sonneein wirkliches Feuer beobachtete, dessen Flammen er sechshundert Meilenhoch schätzte. Er fand diese Flammen auch blau an der Oberfläche der Sonne, wiejede Flamme nahe am brennenden Körper blau erscheint.
Der Professor Arago theilte unterm in. Juni lSZÜ der Akademie der Wissen-schaften zu Paris die Resultate mehrerer Experimente über die Polarisation des Lichtsmit, aus welchen man glaubte schließen zu können, daß der leuchtende Theil derSonne nichts anders ist, als eine brennende Gas-Substanz, wie schon früher Schrö-ter und Her schel vermuthet hatten, und Allix bewiesen hat. Daß dies nicht an-ders möglich ist, geht aus der großen Entzündbarkeit des Aethers hervor RächDobereiner entzündet der Aether sich schon von selbst bei einer Temperatur von Y»Graden Reaumur mit einer nur im Dunkel wahrzunehmenden Flamme, während ersich bei Annäherung einer brennenden Kerze augenblicklich in ein? hoch auflodernde,hell leuchtende Flamme verwandelt. Wie soll er nun bei der flammenden Sonne un-verzehrt bleiben können! Er muß denn dort immer verbrennen, das Feuer der Sonneunterhalten, und dieses Feuer unaufhörlich die Dilatation der Gase des Weltalls wre-der bis zur Brennbarkeit des Aethers steigern.—In Widerspruch mit so einfachen Na-turerscheinungen haben bloß einige neuere' Physiker die Erdichtung einer unbegreiflichenAnregung an der Stelle des natürlichen Feuers der Sonne gesetzt; die ältern Natur-forscher haben eine wirkliche Verbrennung gar nicht bezweifelt. Newton hielt dieSonne für einen außerordentlich erhitzten Körper; Kant hielt sie für eine flamme deKugel; Kirchcr glaubte die Sonne sei ein Feuermeer, und Wolfs behandelt dieseHypothese als einen mathematischen Lehrsatz.
Die Idee, oder vielmehr die Abwesenheit einer Idee von der Eonne, nach wel-cher sie ohne Nahrung immer leuchten und erwärmen soll, hat sogar bis Zunder Un-gereimtheit geführt, daß, je näher bei der Sonne, je kälter es sei. Wenn wirrem derOberfläche der Erde eine größere Wärme, als in höhern Regionen haben, so rührt
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