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ganzen Weltraum ausfüllen. Wenn an der Oberfläche der Erde der Raum zwischenuns und entfernten Gegenständen uns leer zu sein scheint, und dennoch mit einer drüc-kenden und Widerstand leistenden Atmosphäre angefüllt ist, so müssen wir, über unsernPlanet hinaus blickend, den Anschein der Leere des Raums ebenfalls für trügerischhaltew und die Ausfüllung des ganzen Weltraums durch die bekannte unendliche Aus-dehnungskrast der Gase erkennen. Das Weltall ist denn ein endloses Gasmeer, wodie zerstreuten festen Theile der Materie als Weltkörper herumschweben.
Beobachten wir ferner, wie die Gase sich durch Reibung oder Erwärmung ent-zünden, sowohl bei der künstliche» Gasverbrennung, als beim Blitze und andern Natur-erscheinungen, so müssen wir von den auf unsere Erde uns bekannten Erscheinungenaus die uns im Weltall noch unbekannten schließen, daß auch im unendlichen Raumeine Verbrennung der Gase statthaben muß. Durch die immer steigende Verdünstungmüssen die Gase, welche den Weltraum ausfüllen, endlich einen Grad der Ausdehnungerlangen, wo sie sich entzünden und verbrennen. — Welcher Art soll diese Verbrennungsein? Hier können wir uns wieder nur an das halten, was hienieder unter unsernAugen vorgeht, um auf das was wir im Weltraum nicht erreichen können, zu schlie-ßen. Die Erfahrung lehrt uns, daß die Gase im Blitze und bei Explosionen in Kohl-gruben sich plötzlich auflösen, daß sie bei Meteorerscheinungen sich oft nur allmähligentzünden, und daß sie durch langsame und ruhige Verbrennung im künstlichen Gas-licht anhaltend leuchten. So muß denn auch im Weltraum die durch immer steigendeAusdehnung nothwendig erfolgende Auflösung der Gase aus irgend eine ähnliche Weisein unermeßlich großem Verhältniß vor sich gehen, und an einigen Orten eine anhaltendegleichförmige Verbrennung unterhalten, wodurch denn diese Punkte, als SelbstleuchtendeSonnen, immer Licht und Wärme verbreiten können.
XIX. Natur der Sonne.
Die Erklärung der Sonne, der größten und wichtigsten aller Naturerscheinungenwar von jeher eine Frage in der Religion, in der Philosophie und in der Physik, anwelcher alle Muthmaßungen, alle Forschungen, alle Experimente scheiterten. Obschond'e Sonne die ganze Natur beleuchtet, erwärmt und belebt; obschon wir fühlen, daßohne ihre tägliche und jährliche Rückkehr Alles dunkel, kalt, starr und leblos sei»würde, woher wir sie für die Quelle des Lichts und des Lebens halten können: so istes doch Jahrtausenden der Anschauung und des Nachdenkens der Menschen nicht ge-lungen, in dieses Geheimniß zu blicken, welches wahrscheinlich zugleich das Geheimnißder ganzen Natur ist. Die größten Philosophen und Naturforscher haben gewöhnlich,nachdem sie sich in Spekulation und Forschungen vergebens erschöpft hatten, die Sonnefür ewig unbegreiflich ausgerufen, und die ersten Völker, weit entfernt, sie für einenatürliche Erscheinung zu halten, warfen sich anbetend vor ihr nieder. — So war esaber auch mit dem die Erde erschütternden Donner. Der Blitzstrahl war das fürch-terliche Geschütz eines zürnenden Gottes, so lange bis der Mensch die elektrische Flüs-sigkeit an einer Stange abzuleiten lernte. — Eben so ist es auch zuvor nicht geahntworden, daß wir die brennbare Luft durch Röhre leiten und zwingen würden, an jedemOrte, wo wir es wünschen, ein Gaslicht, eine kleine Sonne zu bilden.— Soll denn dergroße Heerd unsers Sonnensystems auch eine Gasverbrennung sein? Dies wollen wireinfach zu beweisen suchen. — Wer hat nicht schon den Blitz als eine Sonnenähnliche,aber plötzliche und augenblickliche Erscheinung erkannt? Der Blitz wird jedoch durchdie Wetterstangx auch allmählig abgeleitet, und so wird auch das Gas, welches durchplötzliche Entzündung in einem Male, wie z. B. bei Erplosionen in Kohlgruben blitz-schnell verbrennt, durch Röhre geleitet in einer allmäligen langsamen Verbrennung er-halten, und verbreitet ein fortwahrendes gleichförmiges Licht. So kann denn auch die