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Gemeinnützige Andeutungen im Gebiete der Gewerbthätigkeit und der Wissenschaften
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XVII. Ueber Naturforschung unv Naturwissenschaft.

Die Ergründung der Geheimnisse der Natur war von jeher das Ideal der gro-ßen Geister und die edelste Beschäftigung des gebildeten Menschen. In dem letztenJahrhundert ist aber die wahre Forschung der Natur unter Formeln und Rechnungenbegraben worden, deren UnHaltbarkeit sich aus jeder neuen Entdeckung mehr und mehreraiebt. Drei Hauptperioden unterscheiden sich in dem beständigen Fortschreiten desmenschlichen Wissens. Der ganz unwissende Mensch laßt sich die Geheimnisse derNatur vom Priester, der nicht mehr weiß wie er, im Namen Gottes erklären.Sobald die Vernunft erwacht, beginnt der denkende Mensch als Philosoph zu grübeln;er läßt sich nicht mehr einen blinden Glauben gebieten, die Natur aber öffnet seinembloß grübelndem Geiste ihre Geheimnisse noch nicht. Dies ist die zweite Epoche desmenschlichen Wissens, die der Naturphilosophi e. Dann kommt, je nachdemwirkliche Entdeckungen und materielle Experimente die Natur enthüllen, die dritteEpoche, die der Naturwissenschaft. So wie die Religion, möchte auch die Natur-philosophie ihre Lehre gebieten oder wenigstens, sich mit einem dem Auge derProfanen undurchdringlichen Nebel umgebend, den Kreis der Forschungen geschlossenwissen, damit man im künstlich ausgethürmtenGebäude der bisherigen Naturwissenschaftin Ruhe leben könne.

Die Unzulänglichkeit des Menschen zur Nachforschung der Naturgeheimnisse istdurch nichts erwiesen. Der Fisch kennt zwar den Ursprung des Wassers nicht in demer lebt, aber den Lauf desselben kann er kennen. Warum sollte der Mensch nicht wis-sen können, wie die Materie die verschiedenen Gestalten erhält, welche ihn ernähren,ihn tragen, ihn quälen oder ihn erfreuen? Da der Mensch mitten in der materiellenNatur liegt, die sich ihm von allen Seiten mittheilt, aus welchem Grunde kann manda behaupten, daß er sie niemals kennen lernen wird? Wagt man etwa daraus, daßder Kranke das Bett, worin er liegt, nicht kennt, zu schließen, daß er nie im Standesein wird, es zu untersuchen und zu erkennen? Das ist offenbar ein TrugschlußDie bis zum Ueberdruß wiederholte Erklärung, daß die Natur unbegreiflich ist, hatbei Manchem keinen andern Grund, als daß er seine eigene Nullitat unter der Unmög-lichkeit fortzuschreiten verbergen will; und wenn selbst großen Männern die Aeuße-rung entwischt ist, dies oder jenes Geheimniß der Natur sei nicht zu ergründen, sohatte diese Erklärung blos in einem verletzten Eigendünkel ihren Grund; denn mankann gewiß sein, daß sie keine andere Ursache hatten dieses zu glauben, als daß solchesGeheimniß alle ihre Versuche es zw entdecken erschöpft hatte, und sie nun dachten, dadies ihrem Genie nicht gelungen, es^ gewiß jedem andern unmöglich sein müsse, undsie hielten dies für so gewiß, daß sie kein Bedenken trugen, es zu sagen. Aber wie»st hat schon der menschliche Geist solche Propheten beschämt. Mächtiger als Jupi-ter zwingt jetzt der Mensch den drohenden Blitzstrahl, sich an den Ort niederzusinken,den er ihm anweißt. Er besaß nur die Kraft seiner Arme und die der Thiers, derener sich bedient, und da bemächtigt der Mensch sich der großen Kraft, die daS Weltallbewegt, der Verdänstung durch den Drang der Wärme, und seine Schiffe durchschnei-den trotz der Stürme das Meer. Dies alles hätte so mancher Prophet, wäre es ihmim Traume vorgekommen, für ewig unmöglich erklärt; und doch erscheinen uns jetztdiese Wunder eben so einfach, als die früher bekannten Wirkungen des Feuers.

Von allen Jrthümern welche je die Fortschritts der Naturwissenschaft aufgehal-ten haben, ist der größte und der während eines Jahrhunderts den ersten Rang be-hauptet hat, der, daß man die Schwerkraft als eine geistige Anziehung der Körperunter sich gedacht, und die Bewegung der Himmelskörper auch geistigen, im leerenRaums wirkenden, mit einander streitenden, annähernden und abstoßenden Kräften