190 Drifter Abschnitt. Fünftes Kapitel.
von Neu- und Vollmonden, und fanden hiernach die Miltel-punktsgleichung um den ganzen Betrag der Evection zuklein. Hipparch, Astronom der alexandrin’schen Schuleim zweiten Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung, scheintder erste gewesen zu sein, welcher den Mond auch in denQuadraturen beobachtete und dabei grosse Abweichungenvon der bis dahin angenommenen Theorie fand. Ptolemäus,Astronom derselben Schule im zweiten Jahrhunderte nachChristus, bestimmte das Gesetz und die Grösse dieser Ab-weichungen und ward dadurch der Entdecker der Evection.
§. 123.
So wie die Evection die grösste unter den Störungs-gleichungen der Länge ist, so zeichnet sich auch die Gleichungdes Radius Vector, welche mit der Evection dasselbe Argu-ment hat, als die grösste unter den Gleichungen des Radiusaus. Die Wirkung, welche diese beiden Gleichungen in Ver-einigung hervorbringen, lässt sich, wie ich noch zeigen will,durch eine nach einem sehr einfachen Gesetz erfolgendeAenderung der Form und Lage der Mondsellipse vor-stellig machen. — Weil ß = >l—ca, so ist das Argument2 (X — X') — a = X — (2X' — co). Nun hat 2X' ■— co, welcheswir — co, setzen wollen, im Vergleich mit X eine nicht sehrbeträchtliche Geschwindigkeit. Es ist ferner nach unsererRechnung das Verhällniss g rj : = — 2, 33 : 1, also nicht
sehr vom Verhältnisse — 2:1 verschieden; um eben so viel
nach Damoiseau, wo f- u ew = — und g 6 ew =
1° 16' 28", 2 . sin 1" = ^, also g 6 :f i = - 2, 32 : 1 ist.
Setzen wir daher g^ew = 2e n so ist nahe f^ew = — e,, unddie zwei in Rede stehenden Gleichungen der Länge und desRadius werden
2e sin (X — co) und — e cos (X — co),
also von derselben Form, wie bei einer rein elliptischenBewegung, wo die Excentricität = e t und die Länge desPerigäums = ro / ist.