154 Drittel- Abschnitt. Erstes Kapitel.
Neigungen der Bahnen werden wir nämlich bei Berechnungder Störungen bloss die ersten Potenzen der Neigungen be-rücksichtigen. Es ist aber der grösstmögliohe Werth vonb' — der Neigung i der Bahn von P' gegen die Bahn vonP, also auch der grösstmögliohe Werth von 1 ■— cos b'= 1 — cos i = 2 sin ^( 2 < ^ i 2 ; folglich u. s. w.
Indem man aber das Quadrat der Neigung vernach-lässigt und damit cos b' = 1 setzt, werden T und V vonder Neigung offenbar ganz unabhängig; mithin auch die durchT und V bewirkten Störungen des Radius Yector und derLänge; d. h. bei Berechnung dieser Störungen kann manohne merklichen Fehler die schon an sich wenig gegeneinander geneigten Bahnebenen des störenden und des ge-störten Körpers als zusammenfallend betrachten.
Anders verhält es sich mit den durch W erzeugtenStörungen der Breite. Denn weil W den Factor sin b' ent-hält, so sind diese schon von der ersten Potenz der Neigungabhängig.
§. 07 .
Die Ausdrücke für V und 11’, wie sie nach der Sub-stitution des Werlhes für q hervorgehen, lassen sich in die-ser Gestalt zur Bestimmung der Störungen noch nicht un-mittelbar anwenden, sondern müssen deshalb noch auf zweck-dienliche Weise umgeformt werden. Diese Umformung istaber eines der mühevollsten Geschäfte bei der ganzen Stö-rungsrechnung, selbst wenn man mit einer ersten Annäherungsich begnügen will. Nur die Berechnung der Störungen,welche der Mond bei seiner Bewegung um die Erde von derSonne erleidet, hat jener mühevollen Entwickelung nichtnölliig, sobald man nämlich bei einer ersten Näherung stehenbleibt. Denn im Gegenlheil erfordert die Berechnung derMondsslörungen, wenn sie mit einer den Beobachtungen ge-nügenden Genauigkeit verlangt werden, ungleich mehr Arbeitund Umsicht, als irgend eine andere Störungsrechnung.
Wegen dieser Leichtigkeit der Entwickelung von T, Vund W bei der Mondstheorie, wenn man bloss die erstenGlieder beibehält, und weil die hiermit sich ergebenden