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Hirtenbrief des hochwürdigsten Herrn Fürstbischofes von Breslau, Melchior Freiherr von Diepenbrock, an den gesammten ehrwürdigen Clerus und alle Gläubigen des Bisthums bei seinem Amts-Antritte erlassen
Entstehung
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ihren Tageszeiten mit dem Könige David dem Herrn siebenmal ihr Lob-und Danklicd singt, welches auch wieder mit dem wandernden Tageslichtesich wie ein siebcnchöriger Hymnus um den ganzen Erdball schlingt, diesenin ununterbrochenen Weihrauch- und Gebets-Duft vor den Augen derHimmlischen einhüllend.

Und wie schön hat nicht schon der heil. Augustinus diesen Geist und die-ses Wirken der katholischen Kirche in ihrem allumfassenden heiligendenEinflüsse auf das Leben dargestellt, da er schreibt:So lehrest denn du, okatholische Kirche, o wahrcste Mutter der Christen, nicht nur Gott selbst,dessen Kindschaft das seligste Leben ist, auf das Reinste und Lauterste ver-ehren, sondern auch die Liebe des Nächsten umfassest du so vollkommen,daß für alle noch so verschiedenen Krankheiten, womit die Seelen in Folgeder Sünden behaftet seyn mögen, in Dir das Heilmittel gefundenwird. Du lehrest und leitest kindlich die Kinder, kräftig die Jugend,milde die Greise, je nachdem bei Jeglichem nicht dcS Leibes allein, son-dern auch des Geistes Alter es erheischt. Du unterwirfst in keuschemtreuem Gehorsam die Frauen ihren Männern zur Fortpflanzung des Ge-schlechtes und zur innigen Gemeinschaft des Familienlebens, und gibst dieMänner den Frauen nach den Gesetzen der aufrichtigsten Liebe zumHaupt. Du untcrgibst die Kinder den Eltern in gleichsam freier Unter-werfung, und setzest die Eltern den Kindern zu frommer Beherrschungvor. Du verbindest die Geschwister durch das Band der Religion inni-,,ger und fester noch, als durch die Bande des Blutes. Du einigest alleVerwandte durch wechselseitige Liebe. Du knüpfest die Dienenden anihre Herrschaft nicht so fest durch den Zwang der Verhältnisse, als durchfreudiges Pflichtgefühl. Du machst die Herren gegen ihre Dienstbotenmilde und gütig und mehr zum Rathen als Befehlen geneigt durch dieHinweisung auf Gott, den gemeinsamen Herrn. Du verbindest dieBürger den Byrgern, die Völker den Völkern, zum geselligen nicht bloß,sondern zum wahrhaft brüderlichen Verkehre durch die Erinnerung andie gemeinsame Abstammung von Einem Elternpaare. Du lehrest dieKönige sorgen für ihrer Völker Wohl; du mahnest die Völker, unterthä-nig zu seyn ihren Königen. Wem Ehre, wem Anhänglichkeit, wem Ach-tung, wem Furcht, wem Trost, wem Mahnung, wem Verweis, wemRüge, wem Strafe gebühre: das lehrest du unablässig und zeigest: daß,wenn auch nicht Jeglichem Jedes, so doch Allen Liebe, KeinemKränkung gebühre." (äe morib. Looles. oatlwl.)

Ist nun dies die Natur und Beschaffenheit unsrer heiligen Kirche, diesdie reiche Ausstattung, die sie zur Morgengabe von ihrem Bräutigam^Christus erhalten hat, sind das die reichen Mittel und Anstalten, die sieür ihrem heiligen Zweck besitzt, für die Beselig ung der, Menschen durch