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Hirtenbrief des hochwürdigsten Herrn Fürstbischofes von Breslau, Melchior Freiherr von Diepenbrock, an den gesammten ehrwürdigen Clerus und alle Gläubigen des Bisthums bei seinem Amts-Antritte erlassen
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Seite
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Kirche allein erhalten hat, so daß, obgleich alle Jrrlehrer katholischgenannt seyn möchten, dennoch jedem Fremden, auf die Frage: wo diekatholische Gemeinde sich versammle? kein solcher Abtrünniger seineKirche oder sein Haus zu zeigen wagt. So viele mächtige, theureBande des Christcnnamcns halten mit Recht den Gläubigen in derkatholischen Kirche fest, wenn auch um unserer schwachen Einsichtoder um unseres Verdienstes willen die (innere) Wahrheit (ihrerLehre) sich uns noch nicht völlig offenbart."Und" setzt erweiter unten hinzuselbst dem Evangelium würde ich nicht glau-ben, bewöge mich nicht das Ansehen der katholischen Kirche dazu."(ooutr. epist. Akanioli.)

Dieselbe Wahrheit spricht er gegenüber den Donatisten mit gleicherEntschiedenheit aus:Die Frage um die es sich zwischen uns handelt, ist:wo die Kirche sey, ob bei uns oder bei ihnen? Die Kirche aber ist nurEine, von den Vorvätern schon die katholische genannt, um durchdiesen Namen anzudeuten, daß sie durch das Ganze ist. Denn durchoder über das Ganze (deutscher: aus dem Ganzen) heißt das griechi-sche -/«siöXov. Diese Kirche aber ist Christi Leib, wie der Apostel sagt.Daher es denn auch klar ist, daß, wer nicht zu Christi Gliedern gehört,das christliche Heil nicht erlangen kann." (oonti-. litt. UeUliani o. S.)

Von der Kirche zu Rom aber sagt er:In ihr blühte stets der Vorrangdes apostolischen Lehrstuhles." (op. conto. pertinoci-im Donstist.)

So haben schon vor mehr als anderthalbtausend Jahren die geistvollsten,frömmsten und gelehrtesten Männer, sie, die ihre Wahrheitsliebe durchbittere Kämpfe und häusig durch ihren blutigen Tod bewährten, den Ka-tholicismus und die Kirche verstanden. Und wollet ihr das Echo dieserStimmen über eine,, mit ähnlichen Zeugnissen immer gedrängter sich fül-lende Kluft von fünfzehn Jahrhunderten hinüber hören in dem Herzenund Munde eines der Edelsten, Geist- und Liebevollsten, die je gelebt, sovernehmet die Worte, womit Fenelon,der Schwan von Cambrai," wieihn die Nachwelt genannt, in seinem letzten Hirtenbriefe, gleichsam mitdem h. Jgnatius von Antiochia wetteifernd, die Kirche zu Rom anreder:O römische Kirche! o heilige Stadt! o theures gemeinsames Vaterlandaller wahren Christen! denn in Jesus Christus ist weder Scythe, nochBarbare, noch Jude noch Heide; Alles ist ein einziges Volk geworden indeinem Schooße; alle sind Mitbürger Roms, und jeder Katholik iströmisch. Das ist der große Stamm, gepflanzt von Christi Hand. Jederdavon abgebrochene Zweig welkt, dorrt und fällt ab. O Mutter! werGottes Kind ist, ist auch dein Kind; nach so vielen Jahrhunderten bist,du noch immer fruchtbar. Vermählte! du gebärst deinem Herrn ohneUnterlaß an allen Enden der Welt! Aber woher kommts, daß so viele