172 Dritter Abschnitt. Drittes Kapitel.
(beim Radius) und in Sinusse (bei der Länge) von Winkeln,welche vom miltlern Stande des gestörten und des stören-den Körpers gegen einander und gegen ihre Apsiden ab-hängen und folglich der Zeit proportional wachsen. Es sinddaher diese Gleichungen periodischer Natur, und die durchsie ausgedrückten Störungen periodische Störungen.Die Zeit, in welcher der Winkel um 360" wächst, ist diePeriode der Gleichung oder Störung und wird gefunden,wenn man die Geschwindigkeit seines Wachslhums in 360"dividirt (§. 34. Zusatz). Der Winkel selbst heisst das Ar-gument und die in seinen Cosinus oder Sinus multiplicirteConstante der Coefficient der Gleichung. Letzterer giebtzugleich den grössten Werth an, bis zu welchem die Gleichungnach der positiven und der negativen Seite anwachsen kann.
Mit den in §§. 105. und 106. entwickelten Werthen vonr und l haben wir demnach zwei Gleichungen, die eine fürr, die andere für l, gefunden, deren jede zu ihrem Argu-mente die doppelte Winkelentfernung des Mondes von derSonne, und folglich zu ihrer Periode einen halben synodischenMonat hat. Die Argumente dieser Gleichungen aber sind— 0,007204. a t und 35' 12". Die Folge wird lehren, dass,ungeachtet die Mondsbewegung nicht so einfach ist, als wiesie durch die jetzt für r und l erhaltenen Werlhe dargestelltwird, unter den vielen zu den miltlern Werthen von r und lhinzuzufügenden Gleichungen immer auch die zwei jetzt ge-fundenen mit Vorkommen. Von diesen ist besonders dieGleichung der Länge für die Beobachtungen sehr merkbar,da ihr Werth bis über einen halben Grad anwachsen kann.Sie wird die Variation genannt und ist von Tycho deBrahe (geb. 1546, gest. 1601) durch Beobachtungen ent-deckt worden.
§. 110 .
Die Veränderungen des Radius Vector des Mondes gebensich durch Beobachtung seines scheinbaren Halbmessers undseiner Horizonlalparallaxe zu erkennen, indem diese letztemdem Radius Vector umgekehrt proportional sind. Eben des-halb wird auch jede Gleichung des Radius Vector eine