J)2 Zweiter Abschnitt. Drittes Kapitel.
Wenn es daher z. B. liiess, dass zwei gleichweit vonder Sonne entfernte Planeten mit gleichen Kräften nach derSonne getrieben werden, so sollte dieses eigentlich blossansdrücken, dass die zwei Planeten mit gleichen Geschwin-digkeiten nach der Sonne zu fallen anfangen, ohne dass maudamit behaupten wollte, dass die Kräfte, welche diese ein-ander gleichen Geschwindigkeiten hervorbringen, auch sta-tisch einander gleich, d. i. solche seien, die sich das Gleich-gewicht hallen können.
Anders verhält es sich bei der im vorigen §. angestell-ten Betrachtung, nach der wir schon im Voraus wissen, dass, die auf die Sonne und einen Planeten wirkenden Kräfte sta^lisch einander gleich sind. Untersuchen wir dabei zuerst,was aus dem, obschon vor der Hand noch unbekannten,Verhältnisse zwischen den Geschwindigkeiten, welche diesezwei Kräfte der Sonne und dem Planeten mittheilen, auf dieBeschaffenheit der beiden Körper selbst geschlossen wer-den kann.
§. Gl.
Um kurz auszudrücken, dass zwei Körper durch zweistatisch einander gleiche Kräfte in gleiche Geschwindigkeitenversetzt werden, sagt man, dass die beiden Körper gleicheMasse haben. Von einem Körper, welcher aus zwei, dreietc. an Masse einander gleichen Körpern zusammengesetztist, sagt man, dass seine Masse das Doppelte, Dreifache etc.der Masse jedes der einzelnen Körper ist; und somit istklar, wie das Verhältniss der Massen zweier Körper immerdnrch Zahlen ausgedrückl werden kann.
Man denke sich jetzt ein System von in vollkommenfrei beweglichen und hinsichtlich ihrer Massen einander glei-chen Körpern. Jeder dieser Körper erhalte gleichzeitig einenStoss, und alle diese Slosskräfte seien einander statischgleich und ihre Richtungen einander parallel, so werden sichdie «(Körper in Parallelliuien mit gleichen Geschwindigkeitenzu bewegen anlängen und folglich ihre gegenseitige Lagenicht ändern. Dasselbe wird daher noch geschehen, wenndie in Körper gleich vom Anfänge an ihre Lage gegen einander